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Ben Chananja · 1859-01-01 · 12 (1859) · p. Seite 568

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
12 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 568 (sequence 32)
Language
German
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— 568 — weichen, trotz der strengen Fasten, an dem ihm zu Ehren bereiteten Male Theil zu nehmen, und das Altes, um nicht gegen des Königs Majestät zu verstoßen." (מפני כבוד המלכות). Wir bekennen, daß wir diese Schilderung durch und durch um so mehr beklagen, als sie ganz sicher der Innern Wahrheit entbehrt, und als sie noch dazu einem Sebastian Brunner eine Waffe in die Hand gegeben hat, um gegen den Geist der Juden zu kämpfen. (Vergl. ״Wiener Mittheil." vom 24. Oktober 1859, Nro. 36.) — Wäre Alles so wahr, so müßte der Geschichtschreiber die ganze Thatsache als einen Beweis von der Entartung der Juden Lembergs im 17. Jahrhundert darstellen, nicht aber eine feile Dirne fromm und g ottesfür chti g nennen, und die Rabbiner loben, welche persönlich lieber den Tod erlitten hätten, als den I. K. zu verletzen, und doch gestattet hätten, um eines Königs Sinnenlust zu stöhnen, das heilige Gesetz zu übertreten. Wir glauben es nimmermehr, daß irgend ein Rabbiner jemals eine solche Antwort ertheilt habe. Schon die Sage und die Verbreitung, die sie fand, ist eine Entartung! Und was den Ausdruck הקדושה betrifft, so ist es eine niedere Heuchelei (wofern nicht, wie mein Freund Dr. Auerbach vermuthet הקדשה steht, als bittere Ironie)! b) Nun zur Geschichte der Märtyrer, deren Jahrzahl nicht mehr leserlich sein soll. Beide sind erst hingerichtet im Jahre 1728, also mindestens 40 Jahre n a ch dem Tode jener frommen und gottesfürchtigen Jungstau. Glücklicher Weise hat uns Mose Chagis in s. משנת חכמים Nr. 405—6, die Geschichte aufbewahrt, die er im Jahre 1729 niederschrieb, also aus ganz frischem Angedenken. Die beiden Brüder hießen Hajim und Josua Reizels oder Raizels. Sie wurden verurtheilt, daß ihnen die Hände abgehauen, Zunge und Herz ausgeschnitten, die Hirnschale zerschlagen werde, bevor man sie den Flammen übergebe. Der Eine, Josua, starb in Krakau, sein Leichnam ward daher mit durchlöcherten Füssen an Pferdeschweife gebunden und durch die Stadt geschleift; Hajim erlitt die ganze Strafe, nachdem er die schauderhafte Hinrichtung seines Bruders mit angesehen hatte. Dieser Hajim schrieb die ihm bevorstehenden Leiden den von ihm begangenen Sünden zu, und knüpfte an diese Betrachtung ernste Sittenlehren rm Sinne seiner Zeit. Er meinte, er verdiene, daß ihm die Hände abgehauen werden, weil diese das für Erlangung des Rabbinats gezahlte Geld eingerechnet hatten; daß ihm die Zunge ausgeschnitten werde, weil er lateinisch und andere Sprachen gelernt habe; daß ihm der Schädel zerschlagen werde, weil er an weltliche Dinge gedacht und das Studium des Gesetzes unterbrochen hätte n. s. w.; und so ermahnte er seine Gemeinde zum Frieden, zur Fernhaltung aller fremden Wissenschaften und aller Herrschsucht und Streitigkeit in der Gemeinde. Im Uebrigen folgt hieraus, daß Adel nicht zu den Märtyrern, sondern die Asche der Letztem in die Nähe jener gelegt worden war. 3. Der Aussatz des Hrn. Lettens ist, außerdem nach 197 unserer Geschichte zu berichtigen. Er sagt S. 67 Aaron Levy sei derselbe, welcher 400 Onsim in den Bund ausgenommen habe. Er bezieht sich auf Scheerith Israel, dem auch wir unsere Nachrichten verdanken. Allein er verwechselt den Sohn des ersten Uri mit dessen Urenkel gleichen Namens. Der erste Uri starb schon 1606, und dessen Sohn blieb Vorsänger der Sefardim. Dessen Sohn Uri war der Gründer einer Druckerei in Amsterdam, und des Letztem Sohn erhielt das Privilegium zur Errichtung einer Druckerei in Zolkiew im Jahre 1681.

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