Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 12 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 567 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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— 567 — oder Theosof R. I. — Möglich ist es allerdings, daß die erstere Ableitung ungegründet ist. 2. Zu B. III., S. 196. finden wir, veranlaßt durch eine Darstellung unseres Freundes Dr. M. Lettens tu Wien im Wertheimer'schen Jahrbuche für 186V, S. 60 ff. ein Paar wichtige Anmerkungen nachzutragen: a) Die Erzählung von einem Verhältnisse Joh. Sobieski's, Königs von Polen, zu einer Jüdin Adel (Adelheit), gehört allerdings in ein unter- . haltendes Jahrbuch, wenn gleich deren Wahrheit weder geschichtlich erwiesen ist, noch auch sonst einen Werth hat, selbst wenn Sobieski durch jenes unsittliche Verhältnis zu einiger Milde gestimmt worden sein soll. Dagegen mag es für die innere Geschichte bezeichnend erscheineu, daß diese אךרל ans ihrem Grabsteine ר^רושר genannt wird, nnd daß ihr Grab sich neben dem zweier Märtyrer befindet. Hr. L. sagt: Diese beiden Märtyrer, zwei Brüder Reize, der Eine Oberrabbiner, der Andere Schulhaupt, seien wegen Bekehrung eines Konvertiten am Rüsttage eines Wochenfestes (die Jahrzahl sei nicht mehr lesbar) grausam hingerichtet worden, und es zeuge von der hohen Meinung, die die Zeitgenossen von der Geliebten des Königs hatten, daß sie ihre Leiche neben die hochverehrten Märtyrer legten, womit sie zugleich zu erkennen gaben, ans welchem Standpunkte sie die ihr zu Theil gewordene Gunst des Königs betrachteten. ״Sehr sinnig, — fährt Hr. L. fort — und bezeichnend wird dieser edlen Frau die Benennung!הקדושר beigelegt, denn brachte sie auch nicht, wie ihre Nachbarn am Rande der Ewigkeit, deren Gräber an das ihrige grenzen, der heiligen Sache des Glaubens ihr Leben zum Opfer, so war es doch das nächst dem Leben thenerste Gut der Frauen, die schamhafte Sitte, die züchtige Weiblichkeit, welche sie aus Liebe zu ihrem Volke dem mächtigen Herrscher preisgegeben." ״Wie die damaligen orthodoxen Rabbiner in dem sehr bigotten Lemberg, welche ihre Rechtglänbigkeit nicht zum Aushängeschilde ihrer Habsucht getragen — wie es in den später» entarteten Zeiten leider nur zu oft geschah — sondern bescheiden und liebevoll in des Herzens Tiefen bewahrten, dieses Liebesverhätlniß aufgefaßt und beurtheilt haben, ist aus folgender Anekdote zn ersehen." ״Der 'König ließ sich bei seiner Freundin auf einen bestimmten Abend zum Besuche ansagen, welcher zufällig der Eingangsabend von Jom Kippur*) war. Die fromme, gottessürchtige Adel schickte bestürzt zum Lemberger Oberrabbiner, um anzufragen , wie sie sich zu verhalten habe. Dieser ertheilte der modernen Esther die Erlaubniß, nicht nur den König an diesem zweifach heiligen Abend liebevoll zu empfangen, sondern auch, wenn nicht anszu- *) Warum schreiben die Sachkenner immer noch den alten Sprachfehler יום כפור nach, da der Name doch biblisch ירם רכפורייפ lautet? I.