Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 12 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 555 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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— 555 — in Bedrängnissen bewährt ist gar sehr." Eine bestimmte, ausgeprägte Form gab es jedoch weder für den Ausdruck des Dankes gegen Gott, noch für den der Ergebung in seinen Rathschluß und Willen. Es blieb dem Einzelnen überlassen, seiner frommen Stimmung Wort und Ausdruck zu geben. Aus der biblischen Zeit stammen nächst dem Priestersegen (4 M. 6, 22—24) nur noch zwei stehende Gebetformeln, die bei erfreulichen Anlässen im Tempel zu sprechen waren (5. M. 26, 5—10.13—16.). Letztere Formel wurde von Johann Hyrkan als für die Zeitverhältnisse nicht mehr paffend, beseitiget (M. Scheut 5, 15.). Die thalmudische Richtung, die in Allem nach Norm und Regel rang, blieb auch hier ihren Grundsätzen treu. Die Verschiedenheit der Zeiten tritt schon im Sprachgebrauche unverkennbar hervor. Im biblischen Hebräismns heiß ברך in Beziehung auf das höchste Wesen: loben, rühmen, preisen im Allgemeinen. Die Mischnah versteht darunter: eine bestimmte und festgesetzte ברבר (Eulogie, Benediktion, Gotteslob) sprecheni0). In diesem Sinne lehrt die Mischnah: ״Der Mensch spreche eine Beracha für unglückliche, wie für glückliche Erlebnisse (Ber. 9, 5.)." Für letztere sind folgende zwei Eulogieu vorgeschrieben: ״Gelobt seist du, Herr, unser Gott, König der Welt, der uns das Leben schenkte, uns erhielt und uns diese Zeit erreichen ließ." ״Gelobt sei der Herr und Gott, König der Welt, der Gütige und Wohlthuende." Jene Formel spricht man bei rein persönlichen Freuden, diese, wo Andere Ursache haben, sich ebenfalls zu freuen. Für traurige Erlebnisse besteht die Formel: ״Gelobt seist du, Herr unser Gott, König der Welt, wahrhaftiger Richter." Die Kasuistik hat sich von jeher dieser Formeln bemächtiget, wodurch die Lehre von den Eulogien mit einer Reihe verschiedener, zum Theil sehr eigenzu wollen. Hr. Bräunig sprach in einer Gemelndc, welche beim sächfischen Landtage gegen die Emanzipation der Juden petitionirt hatte. Sein Name wird fortan in der jüd. Geschichte znni Segen genannt werden. ") Jede Beracha beginnt bekanntlich mit den Worten: ״Gelobt seist dn, Herr"; eine Wendung, die nur in der Chronik und in den jüngste» . Psalmen vorkommt (1. Chron. 29, 10. Pf. 119, 12.). 35*