Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 12 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 554 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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— 554 Theuerste an seinen Glanben zu setzen vermöge.... Hätte dies Volk seinen väterlichen Glauben verlassen, indem es ihn mit dem Glauben seiner Herren vertauschte , so würde es auch bald mit diesen im bürgerlichen Leben sich vermischt haben; es wäre fortgerissen worden von den Fluthen der Zeit, und bald wäre vielleicht auch die Spur seines Daseins erloschen, wie von vielen Völkern, die erst längst nach Jerusalems Falle den Schauplatz der Welt betraten und säst spurlos wieder von ihm verschwanden. Nur in seinem Glauben hat eS sich als ein selbstständiges Volk erhalten; mit ihm ist es seiner heimatlichen Sitte treu geblieben; durch ihn hat es ein festes Band um die entferntesten Glieder seines weit zerstreuten Stammes geschlungen, durch ihn allen Stürmen der Verfolgung getrotzt; und die heftigsten Angriffe glücklich besiegt, so daß es selbst den Fall vieler seiner Gegner und Feinde überlebte. Das ist die siegende Macht des Glaubens, die über allen Wechsel der Dinge und des Schicksals zu erheben vermag; das sein Trost, seine Hoffnung und seine Stärke in den Stunden der drohendsten Gefahr. Mag es auch sein, daß auf solche Weise das jüdische Volk nicht immer Schritt gehalten hat, mit den reißenden Fortschritten der Zeit....; wunderbar bleibt doch seine unvergängliche Dauer, wunderbar seine Erhaltung unter den Ver- Wüstungen der Zeit, und mit einer gewissen Ehrfurcht schauen wir auf den Gang seines Schicksals, und bewundern dort die unerschütterliche Standhaftigkeit seiner Treue und seines Muthes; hier die siegende Macht des Glaubens, und die Herrschaft, die der Mensch selbst über den gewaltigen Lauf der Dinge zu üben vermag 39)." 27. Die Freuden und Leiden der Zeit. Die Gottesmänner der Bibel priesen im Glücke und in der Trübsal ihren Gott, ״dessen Güte ewig währt", und ״dessen Hilfe 39) Wenn der Hr, Diakonus Bräuuig »och unter den Lebenden wandelt, so wird in Dresden sein gegenwärtiger Wohnort wol leicht zu erfahre» sei». In diesem Falle bitten wir nnsern verehrten und gelehrten Freund, Hrn. vr> Beer, dem ehrw. Prediger den aufrichtigen Dank der Juden aussprechen