Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 12 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 553 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2542917-2543094-2543106--1178-2544872- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
553 — er im väterlichen Glauben und Leben dennoch im Punkte der Erinnerung an ihre Vergangenheit und an den Schauplatz ihres ehemaligen Staatslebens so lau und indifferent, daß die Rabbinen bei all dem Ansehen, das sie genaßen, nicht vermochten, die vom Thalmud empfohlenen Trauersymbole zur Geltung zu bringen. Viel glücklicher benützen die heutigen Rabbinen den Rückblick in Jsrael's Vergangenheit, um ein erhebendes Selbstgefühl in ihren Zuhörern zu wecken, und um den religiösen Gemeingeist zu fruchtbaren Thaten anzuspornen. Rief ja selbst ein christlicher Prediger, M. K. F. Bräunig, Diakonus in Oschatz, im Jahre 1833 seiner Gemeinde zu: ״Zu hoher Bewunderung erhoben, werdet ihr euch fühlen, wenn ihr in der Geschichte jener Drangsale, die unerschütterliche Standhaftigkeit des jüdischen Volkes und die siegende Macht des Glaubens sehet.... Wo wohnet ein Volk aus Erden, das mit solcher Treue bestanden hätte? wo ein Volk, das solche Opfer gebracht, solche schimpfliche Mißhandlungen erduldet, solche Martern ruhig ertragen hätte, ohne dem Drange der Zeit zu weichen? Was ist doch selbst das in seiner Tapferkeit bewunderte Volk der Römer gegen diese Beispiele der unerschütterlichsten Glanbenstreue und des freudigsten Glanbensmuthes? Was sind die meisten Helden der alten Welt gegen diese oft geschmähten Söhne Jakob's, die kühner und herrlicher, als jene Helden im Gewühle der Schlacht, den Kampf gegen das eiserne Schicksal bestanden? O, denket nicht gering von diesem Volke und seine Thaten!... Ja, groß und herrlich hat bis jetzt das jüdische Volk in der Zeit seiner Prüfung sich bewährt; wie tief es auch jetzt noch stehet im Ansehen bei der Welt, eine hohe Bewunderung hat es sich dennoch erworben bei Allen, die Ehrenvolles und wahre Größe zu schätzen wissen; sein Ruhm ist höher als seine äußere Geltung, und mitte» aus seinem Schimpfe strählt ein leuchtender Glanz seiner Ehre hervor, der Heller immer und Heller scheinen wird, wenn erst die Stimme der Leidenschaft schweigen und das längst verkannte Volk Gerechtigkeit in der christlichen Welt finden wird. Dort lernet die Treue, den Muth und die Freudigkeit des Glaubenö kennen und achten, ihr Alle, die ihr wanket von jedem Winde bewegt, oder zweifelt und spottet, daß der Mensch das v«o-ed2ULvjs XU 188s. 35