Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 12 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 549 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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-״ 549 — (Ber. 55, b.). Die thalmudischen Kompendien eignen sich dies Alles ungeschmälert an; der einzige Maimonides macht eine Ausnahme: er bleibt auch hier seiner antithalmndischen Opposition treu, wiewol auch er die Möglichkeit von Offenbarungstränmen nicht leugnet31)• Nur rücksichtlich des TraumfastenS läßt er sich eine Inkonsequenz zu Schulden kommen, indem er dasselbe beibehält. Allerdings sucht er es ethisch zu motiviren (Taan. 1, 12.); er gerätst aber dadurch in eine neue Inkonsequenz. Nach der thalmudischen Theorie ist es nämlich nicht befremdend, weshalb der Sabbat dem Traumfasten weichen müsse: man hält dafür, es sei Gefahr in Verzug! Maimonides erkennt die Gefahr nicht an. Gleichwol stellt er das ethisch motivirte jejanium somniale über den Sabbat, während er die ebenfalls ethisch motivirten historischen Fasttage (das. 5, 1.) dem Sabbat nachstehen läßt! Ueberhaupt befanden sich die mehr oder weniger filososisch gebildeten Rabbinen in VerleMrheit, so oft sie in die Lage kamen, sich über das Traumfasten aWM sprechen zu müssen. R. Salomo B. Adrat schreibt einmal: WillAM daß die Thalmudisten an keiner Stelle das Traumfasten als Pflicht bezeichneten. Sie sagen blos,es wirke auf böse Träume wie Feuer auf Werg (R. G. A. Nr. 132). Ein anderes Mal ist er geneigt, Ausnahmen zu Gunsten des in Rede stehenden Fastens gelten zu lassen (Nr. 483). Die Orthodorie hält das Tranmfasten bis auf den heutigen Tag in Ehren; mitunter veranlaßte dasselbe höchst eigenthümliche Skrupel, Fragen und Erörterungen (Ginn. Werad. 1, 8.). Die neuorthodore deutsche Romantik scheut sich auch hier nicht, gegen Thalmud und thalmudische Satzung ׳ eine rationalistische Stellung einzunehmen, und die Oneirologie, die um ein Jahrtausend älter ist, als die Reime der Pajetanim, ganz und gar zu ignoriren! Welch' ein erstaunlicher Umschwung der orthodoren Anschauung macht sich hier bemerkbar! In früheren Zeiten hatten Traumenthüllungen selbst halachische Bedeutung311)! "1 More 2, 36. S. Aben Efta Kohel. 5, 2. n) T. Zahab, O. Chajj. 651, 14. Vergl. auch T. Z. Ehosch. Misp. 88, 24.