Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 12 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 547 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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— 547 — böser Träume, wie Feuer Werg vernichtet." Man hielt nämlich einen bösen Traum für eine Enthüllung künftigen drohenden Unglücks, welchem man durch Fasten zuvorkommen wollte. Selbst den sonst so Hoch gehaltenen Sabbatgennß ließ man dem Traumfasten weichen (Sabb. 11, a. Koh. r. 5,b.). Letztere Bestimmung wurde in der nachthalmudischen Zeit bedeutenden Restriktionen unterzogen. ״Die Alten", sagte man, ״besaßen die Kunst, Träume zu deuten und sie waren mit den Attributen eines bösen Traumes vertrant. Man fastete , um drohende Gefahren abzuwenden, und ließ daher auch den Sabbat unberückstchtiget. Heutzutage, wo Niemand die charakteristischen Merkmale guter und böser Träume anzugeben versteht, darf der Sabbatgeuuß nicht dem Traumfasten geopfert werden." Dieses Raisonnement wird auf berühmte deutsche Lehrer des zwölften und dreizehnte» Jahrhunderts zurückgeführt: auf R. Kalouymus B. Jsak in Speier und auf R. Eliezer B. Joel ha- Levi in Speier, Bonn, Köln und Würzburg 27). Bekanntlich hatte man zu jener Zeit auch im christlichen Deutschland viel Respekt vor Träumen und ihrer Deutung. Konnte sich ja selbst in neuerer Zeit ein Theil der gebildeten deutschen Gesellschaft mit Schubert's Symbolik des Traumes und sogar mit den Ertravaganzen Jnstinus Kerners befreunden! Im Thalmud hat jedoch auch die nüchterne Anschauung vom Traume ihren Vertreter. Der Palästinenser R. Jonathan (dies die richtige Leseart) und der Babilonier Raba stimmen darin überein, daß dem Träumenden nur das ״gezeigt wird", woran er wachend lebhaft gedacht. Samuel Jarchinai, der über das Fasten den Stab brach, behandelte die Träume mit einem gewissen Humor, und wollte daher vom Traumfasteu nichts wissen. Vielmehr sprach er, so oft er einen bösen Traum gehabt, hatte, mit Zacharias (10, 2.). Die Träume reden Eitles! Noch entschiedener hatte Sirach gelehrt: Gleich einem, der den Schatten ergreifen und dem Winde nachjagen will, ist der, welcher ans Träume hält (35, 2. s. 1. 3. 57. Ber. 55, b,). Die thalmudischen Oneirologen knüpften auch nicht so sehr an die providentielle Bedeutsamkeit an, welche die Schrift manchen Träumen ver- 3 י) Hag. Aschen Taa». 1. Tnr O. CH. 568. Sch. Ar. das. 288