Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1859-01-01 · 11 (1859) · p. Seite 532

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
11 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 532 (sequence 44)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2542917-2543094-2543105--1156-2544849
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Wirkung gethan hat — wir haben kein Urtheil eines Sachkenners darüber vernommen — so konnte sie es lediglich der Gemüthsfassung der Zuhörer verdauken, die der Redner in der Einleitung voraussetzt, unmöglich aber diesem eiska lten Ausdruck, diesen falschen und gesuchten Anspielungen, diesen unwahren Vergleichungen, diesen Berufungen auf sonst ganz witzige Mid rasch-Bemerkun gen, diese gänzliche Vernachlässigung aller Rhetorik, da, wo eine recht kräftige, herzergreifende Anrede zu erwarten gewesen wäre. Wir sprechen hier nicht aus vorgefaßter Meinung. Einige Angaben mögen als Belege zu diesen Vorwürfen dienen. - Daß die Sprache frostig ׳ist, fühlt Jeder augenblicklich; sie konnte sehr wol populär sein, ohne darum so in's Matte zu verfallen, daß der Redner selbst um den Ansdruck verlegen erscheint. Man lese S. 6: ״Sie hat angelegt das kostbarste Geschmeide;׳sie trägt wie eine Siegerin (?) den duftigen Kranz auf. dem lockigen Haupte, — — warum weint sie so schwere (?) Thränen hinein, in die Blumenkelche, welche sie umdusten?" ״Geschloffen ist das Bündniß (der Ehe) schnell, doch wer kann wrffen, wie bald der Treubruch es entweiht, wie nahe schon das Unglück ist, welches den traurigen Beruf (?) hat, es zu lösen? (Erfüllt wirklich die Brautleu te am Altare. diese grauenvolle Besorgniß? Selbst minder genau aufgefaßt, erklärt sich das Bangen doch wol einfach aus der!Übernahme wichtiger Pflichten und Verantwortlichkeiten, wie bei jeder neuen Laufbahn!) Wer möchte Ausdrücke billigen, wie S. 19: ״W e n n die Welt ein Recht auf Fo rtbestand hat (!) so bekennt sie es nur (?) wenn sie dem Geiste dient." — Daselbst ״die Helle und Klarheit, wenn er (der Geist) sie in sich bedeutend gesteigert hat, bekommt leicht die Natur des Blitzes, und zündet um zu zerstören! — Wie paßt S. LI ein Adelsdiplom hierher? — S. 29. Dieses Gefäß, welches unerläßlich ist (!) und über das kein anderes geht (was heißt das?). Das ist der Friede! (welch eine Verflachung -des einfach schönen Bildes!) Wir können, nicht umhin auch die Unrichtigkeit mehrerer Uebertragnngeu zu rügen, wo nichts zu einer Paraphrase in anderm Sinn nöthigte. Z. B. Ehr. I. 28. 9. wird S. 19 gegeben. Erkenne den Gott d. V., dann kannst du ihm dienen." Nachher S. 20; ״Hast du Gott erkannt, so diene ihm. . . ." Beides völlig ohne Grund. —• S. 21. wird במ0ו gegeben: durch die Kraft des Körpers und der Seele', statt einfach, durch seine ganze Person. Daß S. 27 דרך ארץ statt Weltbildung, durch Wissenschaft gegeben wird, mag hingehen, aber wozu solch ein falsch er. Sch ein? Eine höchst gesuchte Anspielung steht S. 7 in der Herbeiziehung des ברית בין רזבתרים — nach unserem Gefühl den Bund Gottes mit Abraham fast profanirend. Die Zerschneidung der Bundes-Opfertyiere soll in

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.