Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 11 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 530 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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530 dem in der Bibel parallel gehen könne? Die beiden verwandten Lehrgegenstände werden fich nur gegenseitig unterstützen und fördern, und dem fleißigen Schüler dahin bringen, daß er die gewonnene Sprachkenntniß bereichere und selbstthätig anwenden wird. Was die alte jüdische Schule durch die Quantität des hebr. Unterrichtes erreichte, muß die neuere durch die Qualität zu erzielen streben. Wir glauben daher, daß der Unterricht in dieser Gramm, in der dritten oder erst im zweiten Semester dieser Klaffe zu beginnen habe, und dann fortzuführen sei. Je reifer der Schüler, desto erfolgreicher werden die Resultate sein. Und die jüd. Schule wird dem Vers, für seine mit Sorgfalt und prakti-- scher Gewandheit gelieferten Arbeit zu Dank verpflichtet sein. Würdigung der Antrittsrede des Hrn. Oberrabbiners D1\ W. A. Meisel in Pesth, (gehalten am 13. August 1859.) Der Unterzeichnete ist als durchaus unbetheiligt ersucht worden, über die unter dem Titel: תנאים״, die Bedingungen des Bundes" erschienene Antrittsrede ein unbefangenes Urtheil auszusprechen. Er folgt diesem Ansinnen mit der ihm eigenen Freimüthigkeit, welche lediglich den Gegenstand, wie er gedruckt vorlicgt, in's Auge faßt, und weder von der etwaigen Wirkung ihres Vortrages, auch von irgend welchen Parteiansichten bestimmt wird. Was durch die Presse der Oeffentlichkeit übergeben wird, tritt aus den engen Schranken einer Oertlichkeit, für welche es zunächst geschaffen worden, heraus, und will eben dadurch in weiten Kreisen gewürdigt werden. Wer diesem Verlangen entgegen kommt, darf daher nicht fürchten, einer Anmaßung bezichtigt zu werden, sobald er nur durch die Art seiner Beurtheilung den Beruf mitstimmen zu dürfen, nachweist, und nicht von Nebenzwecken zu einseitigen Anschauungen sich verleiten läßt. Die Antrittsrede eines Volkslehrers unterscheidet sich von einer Erbauungspredigt erstens durch ihren Stofs, zweitens durch ihre Form, und eine gesnnde Kritik hat die Pflicht, diesen Unterschied im Auge zu behalten. Sie ist nämlich, und insbesondere in einer so zahlreichen Gemeinde, wie die zu Pesth, der Schlußstein der vorangegangenen Unterhandlungen, und so zu sagen > der Eckstein, auf welchem das Verhältniß zwischen dem-Lehrer und der Gemeinde künftighin ruhen soll; und in Betreff der Form ist sie nicht die Entfaltung einer allgemeinen Wahrheit, sondern vielmehr eine Ansprache zur Verständigung zwischen beiden Theilen, die miteinander , zu wirken beginnen. Der Stoff ist also ein vorgezeichneter, gegebener, die Form bedeutet den Geist, der den Redner belebt, und welcher in der Folgezeit seinen Wirkungskreis durchdringen soll.