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Ben Chananja · 1859-01-01 · 11 (1859) · p. Seite 524

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
11 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 524 (sequence 36)
Language
German
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— 524 — sich oft beklagt, zu den Konferenzen christlicher Lehrer nicht gugelaffen zu werden, — man unterrichtet ja Bibel und hebr. Grammatik, was sollte wol noch mehr geschehen? Auch wir leugnen nicht, daß dies geschieht; aber wie es unterrichtet wird, unterrichtet werden soll, damit das Kind die Bibel und die hebr. Sprache erlerne und in den Abschnitten, die es erlernt, einigermaßen bibelfest sei; wie dieß zu erzielen, wäre Gegenstand jüdischer Lehrerkonferenzen,^in Gegenwart der Rabbinen, wo diese im. Schulwesen eingeweiht sind. Nur durch innigeren und engeren Anschluß der Lehrer, unterstützt von den Rabbinern, kann zum Heil der israelitischen Jugend, und deren Erziehung gewirkt werden. Würde man sich z. B. in einer jüdischen allgemeinen Lehrerkonferenz nicht dahin einigen, alle in den Sprach- und Lesebüchern befindlichen unpaffenden Stellen zu bezeichnen, und ans dieselben hinweisend, um ein in neuer Ausläge verbessertes Schulbuch zu bitten*)? Würde man sich nicht dahin einigen, die hebr. Fibel als völlig zwecklos zu beseitigen, dafür aber nun eine dem eigentlichen Zwecke entsprechende zu bitten? Würde man sich in einer allgemeineu Lehrerkonferenz nicht dahin einigen, ein zweckmäßiges System für den hebr- Unterricht einzuführen? Der Einzelne kann nur anregen**), der Körperschaft wird bei gerechtem Verlangen eher willfahrt. Zu diesen Betrachtungen führten uns einige bestehende und einige leider Heimgegangene Schulen! St.. Georgen, die nächste Gemeinde zu Preßburg in diesem Schulbezirke, besitzt eine Thalmud-Thora-Schule, in welcher zwar gar nicht deutsch, dafür aber sehr wenig hebräisch unterrichtet wird. Wir erwähnen nur, daß drei ״Rebbes" ״vertentschen lehren". .Aber sowol die ״Rebbes" als auch der Rabbiner müssen um jeden Gulden ihres Gehaltes betteln, und dennoch steht dem Rabbitter selbst diese Schule ferne und dennoch thut der Rabbiner nichts, um sich eine Gemeinde zu erziehen, und dennoch bilden nur fremde Bachurim, die Jeschiba, der sich die ganze Thätigkeit des Rabbiners - zuwendet!! Besser ist es in Bösing bestellt. An der dortigen Trivialschule unterrichten zwei Lehrer, die bei einem freundlicheren Verhältnisse zu einander, etwas leisten könnten. Auch hier steht der Rabbiner der Schule ferne, auch hier wird die Stellung eines Lehrers durch den andern untergraben, auch hier läßt die Schule noch Vieles zu wünschen übrig. Vorzügliches Lob verdient die dreiklassige israelitische Schule zu Tyrnau. Die Lehrer sind fleißig und thätig in ihren Berufe, und der Hr. Rabbiner, R. Schimeon Naboso, ertheilt den Religionsunterricht, und halt.selbst am Sabbathe religiöse Belehrungen in der Schule. Eine anerkannt gute Schule ist die zu Neustadtl an der Waag, welche' im Falle die Musterschule nicht nach Preßburg kommen sollte, in eine solche *) Ist bereits auf anderem Wege geschehen. Red. **) Schon vor Jahren machte ich in dem ״Oesterr.-pädagog. Wochenbl." auf in der Fibel enthaltene Fehler aufmerksam, regte auch sprachlehrliche Fragen an: es blieb jedoch bei der Anregung!!! Korr.

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