Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 11 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 523 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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— 523 — vorzulegen und nach allgemeiner Anerkennung der Behörde zur Funktion zu unterbreiten hat. Kühnes Beginnen ist halbes Gewinnen, darum rasch, geliebte Brüder und Freunde! Vor Allem eine Beisteuer und Gottes Segen wird unser Unternehmen begleiten. Wir werden mit Freuden die uns obliegenden schweren Pflichten unseres Berufes erfüllen. Die Gegenwart lächelt uns freundlich an ~ und nicht einmal das drückende Greisenalter, werden wir kühn und frei um uns blicken; denn leise wiederhallen die tröstenden Worte in unserem Herzen: "!יגיע כפיך בי תאבל אשריך וטוב לך" G m a n u, Hauptschullehrer. Lorre8Mndmz. PreKbrrrg, im Oktober. Es war mir in den Ferialtagen des eben abgelaufenen Schuljahres gegönnt, eine kurze Ferialreise zu machen. Ich benützte diese Reise, um mehrere israelitische Volksschulen zu besuchen. Der wahre Schul- und Jugendfreund bereichert gern seine Erfahrungen im Schulfache der Lehrer, wenn er es mit der Erziehung mtb Bildung der Jugend so ehrlich meint, als Beruf und Pflicht es erheischen, wird gemachte Erfahrungen wol benutzen, das Gute gerne annehmen, und nach Thunlichkeit vorberei- Len, Helsen und auch Fehler vermeiden lernen. Es ist zwar sehr oft der Falt, daß Lehrer einer Schule mit einem Besucher nicht über Unterricht, Methode, Leistungen und Erfolg in ihrem Wirkungskreise sprechen; selten in Gegenwart eines Lehrerbesuches ihren Unterricht fortsetzen; dagegen nur von äußeren, die Schule wenig interessirenden Dingen reden, und im besten Falte, bei pädagogischen Besprechungen die Meinungen selbst allgemein anerkannter Pädagogen verwerfen: in solchen Fällen ist es nothwendig, das aus Vorurtheil gehegte Mißtrauen gegen fremde Besuche zu zerstreuen, allzu bescheidene Schüchternheit zu ermuthigen, und sich nur wie ein passiver Besucher zu benehmen. Wie aber, wenn ein Lehrer einer und derselben Schute in unfreundlichen Verhältnissen leben; wenn ein Lehrer vor dem andern Lehrer derselben Schule die Thüre des Nnterrichtszimmers verschließt, wenn ein Lehrer der Peiniger des andern wird. So bedauerlich solche — leider nicht zu seltenen — Fälle für den Gesammtunterricht, und so hinderlich sie dem Gedeihen und Emporblühen einer Schule find, so üben sie besonders auf den hebräischen Unterricht, für welchen noch immer, kein beni deutschen Normalun-!errichte analoges System besteht, einen höchst uachtheiligen Einfluß dadurch, daß fast in jeder Schule, ja in jeder Klasse individuelle Ansichten herrschen, und aus Dünkel und Trotz in einer Klasse das niedergeriffen wird, was in einer andern anfgebaut wurde. Konferenzen jüdischer Lehrer, welche den Zweck hätten, den hebräischen Unterricht nach bester Möglichkeit zu fördern, finden nie statt, — obwol man 33'*