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Ben Chananja · 1859-01-01 · 11 (1859) · p. Seite 512

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
11 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 512 (sequence 24)
Language
German
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512 — denn um diese Zeit trug ihm sein Gönner und Wohlthäter, der obenerwähnte reiche und gelehrte M. Tnrnauer, seine ausgezeichnete Tochter zur Gattin an, welchen ehrenvollen Antrag er selbstverständlich nicht znrückwies. Doch setzte er auch nach seiner Heirat seine vielseitigen Studien fort, und zwar ans reiner Liebe zur Thora und Wissenschaft; denn das Rabbinatsamt war ihm immer zuwider; dabei betrieb er auch das Wollgeschäft, wobei ihm die nahe Fabriköstadt Jglan sehr förderlich war. Und während er zwei Tage der Woche seinen Geschäften widmete, weihete er die andern vier dem Selbststudium und dem Unterrichte der Thalmudjünger, die reichlich zu ihm strömten, und eine ziemlich starke Jeschiwa bilbeten. Sein Ruf verbreitete sich immer mehr und mehr und im Jahre 1826 erhielt er von der Eibenschützer Gemeinde eine Vokation auf den dort erledigten Rabbinatsposten. Doch theils, weil er noch immer keine rechte Lust für dieses Amt empfand, theils weil seine Anstellung für ihn als Ausländer — denn er erhielt in Mähren keineswegs die Naturalisation, sondern als besondere Bevorzugung eine von 6 zu 6 Jahren erneuerte Duldung — mit zu vielen Schwierigkeiten und Bedingnissen verbunden war, zerschlug sich diese Angelegenheit. Als aber i% Jahr später, im I. 1827 — zu welcher Zeit er gerade in seinen Geschäften sehr unglücklich gewesen, und in seinen Vermögensverhältnissen sehr herabgekommen war — ein Ruf an ihn von Großmageudorf aus erging, so trat er endlich nach 17-jährigem Widerstreben das Rabbinatsamt an. Diese seine erste Stelle bekleidete er 2'/s Jahre. Im I. 1830 folgte er dem Rufe nach Raab unter der damaligen Vorsteherschaft des berühmten Koschman Wodianer, mit dem er bis zu dessen Tode (Cholera 1832) in innigster Freundschaft lebte. Hier blieb er nur 3%, Jahre; denn 1834 brachte ihm eine Deputation der Wag-Neustadtler Gemeinde ein Berufungsdekret nach diesem Orte, wo er beinahe 15 Jahre mit Segen und Eifer seinem Amte Vorstand. In den letzten Jahren wurde er sehr schwächlich und kränklich, die Revolutions- und Kravalwirren im Jahre 1848 wirkten auf seinen Gesundheitszustand sehr verschlimmernd, so daß er am 18. Dezember 1848 sanft in dem Herrn entschlief. Was Mn seine moralischen Eigenschaften betrifft, so waren

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