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Ben Chananja · 1859-01-01 · 11 (1859) · p. Seite 511

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
11 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 511 (sequence 23)
Language
German
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511 — Oberrabbiner eine bedeutende Thalmndschnle (Jeschiwa) hielt. Der junge El. Ragendorf (es war und ist noch heute in den Jeschivo's gang und gäbe dem Bachur den Namen seines Ortes, anstatt des seiner Familie beizulegen und es gehörte zu den größten Seltenheiten, daß ein noch so rennomirter Thalmudjünger nach seinem wirklichen Familiennamen gekannt und bekannt wurde), zog bald die Aufmerksamkeit sowol seines scharssinnigen Lehrers und..seiner Kommilitionen, als auch der zur damaligen Zeit in T. zahlreich vorhandenen Gelehrten und Gebildeten aus sich, und nach einjährigem Aufenthalte kam er in'ö Hans des. ebenso als reich, wie als gelehrt berühmten Markus Turnauer, wo ihm die beste Gelegenheit nicht nur zu seiner thalmudischen Ausbildung geboten wurde, sondern wo er auch die erternen Wissenschaften zu betreiben anfing. Denn T. war damals eine jener wenig bevorzugten Gemeinden Mährens, wohin die in Deutschland ausgehende Sonne der Bildung und Aufklärung zuerst ihre beseligenden und erleuchtenden Strahlen sendete, Und den Geist der jüdischen Gelehrten auch ans die Kenntniß der erotischen Pflanzen der Wissenschaft hinlenkte; weßhalb auch diese Gemeinde, wie so manche andere, ״Kleinberlin" genannt wurde. Doch blieb der junge Elazar hier nur ungefähr drei Jahre, denn der erste Labetrunk aus dem Born der Wissenschaften steigerte nur um so mehr seinen Durst, und hin zog es ihn nach Prag, dem damaligen Athen jüdischer Gelehrsamkeit und gelehrter Juden. Anfangs war ihm das Studium sehr verleidet und erschwert, da die Polizei ihm als Ungar das Domiziliren in P. verbot. Er mußte daher sein Quartier in Lieben nächst Prag nehmen, und nachdem er den Tag über in Prag seinem Studium oblag, mußte er jeden Abend hinaus nach Lieben. Dieser mißliche Unstand dauerte für ihn 1ya Jahr, doch wurde die Polizei dann milder gesinnt, und er erhielt die Erlaubniß, sich in Prag frei aufzuhalten. Nun Pflegte er nebst des Thalmud mit allem Fleiße und aller Schärfe seines Geistes auch der andern Wissenschaften. Die todte Sprache des einst welterstürmenden Volkes, die lebendige, der gerade um diese Zeit welterschütternden Nation, Geschichte, Mathematik, Fistk und Filosofie machten seine Lieblingöstudieu aus. In Prag blieb er bis zu seinem 21. Lebensjahre,

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