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Ben Chananja · 1859-01-01 · 11 (1859) · p. Seite 502

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
11 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 502 (sequence 14)
Language
German
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502 — nicht, diesen Zweig der Wohlthätigkeit mit allem Nachdrucke zu empfehlen. Menachem di Lonsano dringt in die Reichen, den Schriftgelehrten alle Subsistenzmittel zu sichern; er räymt ihnen aber auch das Recht ein, den Fleiß ihrer Klienten zu kontrolliren (D. CH. 84. ff.). Allgemein war das Bestreben der Väter, ihre Söhne zu Schriftgelehrten zu erziehen: aus der thalmudischen Zeit stammt der bis auf den heutigen Tag übliche, die Mila begleitende Wunsch: ״Wie er (der Nengeborne) ausgenommen wurde, in den Bund, so wachse er heran zum Studium der Thora, zum Ehestande und zu guten Werken (Sabb. 137, b.)!" Es verräth daher gänzliche Unkenntniß der mittelalterlich-jüdischen Lebensbetrachtung, wenn die Biografen hervorragender Juden des vorigen Jahrhunderts von ihren Helden erzählen, sie wären in der Kindheit zum Studium des Thalmud angeleitet worden, weil sie ihre Eltern für den Rabbinerstand bestimmt hatten. Von einer solchen Bestimmung war höchst selten die Rede. Vielmehr mußte, da Religion und Theologie für kongruente Begriffe gehalten wurden, die Knabenerziehnng überhaupt einen theologischen Anlauf nehmen. Sehr bemerkenswerth ist endlich die Modifikation, welche das uralte gnostische Prinzip bei den Religionsfilosofen der arabischen Kulturepoche erfuhr. Die Gnosis der alten Peruschimschnlen beschäftigte sich zumeist mit dem väterlichen Gesetze, sie hatte überwiegend nationalen Charakter. Diesen Charakter bewahrten auch die Schulen, aus deren Schoße die Mischnah'S, die beiden Gemaren, die Midraschim, die Thalmudkommentare und Thosafoth, die kasuistischen Kompendien und deren Glossatoren hervorgegangen sind. Die arabisch-jüdischen Filososen hingegen waren von den Platonischen und Aristotelischen Ideen und Lehren so sehr durchdrungen, daß sie die metafisische Spekulation, deren Resultate sie in das nationale Schriftenthum hineindeuteten, für die reifste Frucht der Religiosität erklärten! R. Jehuda Ha-Levi war wol der einzige bedeutende Forscher jener Zeiten, der die Offenbarung, den Glauben, die religiöse Praris den Filosofemen gegenüber vom Standpunkte der Dogmatik mit Entschiedenheit vertrat. R. Abraham Aben Esra, der größte Platoniker und N. Mose B. Maimon, der größte An-

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