Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 11 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 497 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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— 497 — 20. Bedeutsamkeit der Gnosis in der Halacha. Ein entschiedener Antagonist N. Simons war der eben genannte R. Jehnda. Ersterer verdammte den Egoismus Roms, letzterer pries dessen großartige Schöpfungen (Sabb. 33, b.). Ersterer drang auf Erörterung der Motive des Ncligionsgesetzes, nach welchen er auch die PrariS modifizirt wissen wollte, letzterer hielt sich mit unbeugsamer Starrheit an den Buchstaben (Kidd. 68, b.), was ihm die Gunst mancher Karäer gewann, Ersterer ist in rituellen Dingen, namentlich in Allem, was die Sabbathfeier betrifft, zur Jndulgenz und milden Handhabung des Gesetzes geneigt, letzterer, vielleicht ein Epigoe der alten Essener (B. Kama 103, b.), vertritt den religionsgesetzlichen Rigorioömus, und will den Sabbath mit essenischer Skrupulosität beobachtet wissen. Ersterer wollte durch nichts im Studium gestört sein, letzterer, selbst Handwerker, sagte: ״Die Arbeit ehrt dem Arbeiter (Ned. 49, b.).״ Auch unterbrach sich A. Jehuda im Studium, um sich Leichenbegleitern oder Hochzeitszügen anzuschließen, und dies ward als ein ihm eigenthümliches Verfahren angesehen (Kethub. 17, a.). Aber bei alldem stellt auch er das Studium als höchste Lebensaufgabe hin. ״Komm' und sieh'" ruft er trauernd aus, ״wie sehr die späteren Geschlechter den früheren nachstehen! Letzteren war das Studium der Thora Haupt-, und das Arbeiten Nebensache, und jenes und dieses hatte Erfolg; elftere haben das Verhäitniß ungekehrt, und ihre Arbeit hat so wenig Erfolg wie ihr Studium (Ber. 35, b.)!" Dies verhinderte aber R. Jehuda nicht, zu lehren, daß der Vater, der seinen Sohn nicht zur Erlernung eines Handwerkes anhält, denselben gleichsam zum Räuber erziehe (Kidd. 29, a.). Ganz anderer Meinung war R. Nehorai. ״Ich lasse", sagte er, ״alle Gewerbe der Welt bei Seite, und lehre meinen Sohn nur die Thora." Vermittelnd lehrte R. Meir: ״Der Vater lasse seinen Sohn ein leichtes und reinliches Handwerk lernen (M. das. 4, 14)" wie er denn selbst als Schreiber seinen Erwerb suchte/ Dabei hatte er aber den Wahlspruch: ״Mache dir wenig mit Geschäften zu thun, und beschäftige dich mit der Thora (Ab. 4, 12.)."