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Ben Chananja · 1859-01-01 · 10 (1859) · p. Seite 485

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
10 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 485 (sequence 49)
Language
German
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— 485 — unserer Rechtfertigung in Betreff der Verwendung dieses Buches anbelangt, wollen wir unserer gegenwärtig leider sehr beschränkten Muße halber, nur folgende wenige Worte anführen, und zwar: Daß 1. unserer Meinung nach der Religionslehrer durchaus nicht gehalten ist, Alles aus dem Religionsbuche wörtlich genau von seinen Schülern memoriren zu lassen, wodurch dieser wichtigste Gegenstand, der zumeist für das Herz und Gemüth berechnet sein soll, bald zu einem nur mechanischen und gedankenlosen Lippenwerke herabgewürdigt wird. Das Religionsbuch ist sonach keine Fibel, und sott nur die nöthigsten.. Materialien für den gehörigen Unterricht in der Religion dem Lehrer bieten, wo hingegen der Lehrer für die klare Auffassung feiner Schüler jeden darin enthaltenen Lehrsatz auf mannigfacher Weise bis auf die Dogmen zu geben, und wieder zu erhalten verstehen muß; wo aber das Buch,, und nicht der Lehrer, der wirkliche Leiter des Religionsunterrichtes ist, da können-unmöglich heilsame und ersprießliche Leistungen hervorgehen (welches doch wol dem Hrn. Rabb. Hochmuth, der so viele Jahre in verschiedenen Gemeindeschulen als Lehrer wirkte, nicht entgangen sein mochte). . 2. Daß das fragliche Buch, trotzdem darin nicht alle die Unterschiede zwischen Gott und Engel u. dgl. wie es Hr. Rezensent׳ haben will, enthalten sind, es dennoch seinem Zwecke gehörig entspricht, und jeder Unbefangene wird es auch nicht verkennen, daß der ehrsame Verfasser mit Mühe und Fleiß eine Fülle von Material zum Religionsunter nchte hierin gegeben hat, welches auch unser ehemaliger hochverehrter und sehr wackerer Herr Schulrath vr. M. Haas (gegenwärtig Bischof zu Szatmär) einsah, und-dieses Buch auch seines mäßigen Preises halber für den Gebrauch der Schuljugend billigte. . - 3. War dieses Buch schon bei seinem ersten Erscheinen von.einer anerkannten rabbinischen Kapazität approbirt, nämlich: Hrn. Oberrabb. zu Groß- Kanischa Hirsch B. Fasset (Besitzer der dritten großen Gelehrten-Medaille) von dem größten Potentaten׳ und Verfasser mehrerer gelehrten Werke. In seiner im Buche beigedruckten Approbation heißt es: Und ich erkläre hiemit der vollen Wahrheit gemäß, daß dieses Religionsbuch nichts gegen die Grundsätze der ־ mosaischen Religion enthält, und daß die Bearbeitung derart ist, daß ich es mit bestem Gewissen empfehlen kann. Was wir demnach ferner bedauern, ist, daß Hr. Rabb. Hochmnth, der sich im Laufe dieses Schuljahres mehrmals hier aufhielt, sich nicht bevor er seine Rezension in die liebe weite Welt schickte, die Mühe nehmen wollte, eine der Schulen, in welcher nach diesem Buche unterrichtet wird, zu besuchen, und dem Religionsunterrichte daselbst beizuwohnen, dem Hrn. Rabbiner würde dann seine Kritik weniger Aufwand von Zeit und Mühe gekostet haben, und er würde auch durch manche Glosse in derselben der Mißbilligung so vieler Sach- und Fachmänner gewiß entgangen sein. Pesth, den 23. Juli 1859. Rabb. Salomon Kohn, Religionslehrer der k. k. israel. Muster- Hauptschule zu Pesth.

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