Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 10 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 484 (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
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— 484 — (8—12) hätte iu einem tu Pest erscheinenden Jahrbuche anders besprochen werden müssen. Allein trotz dieser Ausstellungen empfehlen wir das neue Unternehmen der Gunst unserer Leser. Die bewährten Kräfte, welche der wackere Herausgeber bereits zu gewinnen so glücklich war, berechtigen zu der Er'wartung, daß sich das Jahrbuch durch gediegenen Inhalt und zweckmäßige Anordnung zu einem wirksamen Hilfsmittel jüdischer Volksbildung entwickeln werde. Dem Vernehmen nach steht Dr. Iellinek, der einige schätzbare Beiträge lieferte, der Redaktion nahe. Wir empfehlen dem Herausgeber, die Redaktion des theologischen und archäologischen Theils ganz dem Di׳. I. zu überlassen. Ein kundiger Redakteur würde zu dem Aufsätze Dr. Beck's (33—39) bemerkt haben, daß derselbe Gegenstand von Saalschütz und Wessely viel eingehender besprochen wurde. Daß Maacha auf dem Thron saß, S. 35, steht in den Quellen nicht. Sie heißt 1. K. 15, 13. Gebira als des Königs Mutter. Die Mütter der Könige hatten, wie im heutigen Oriente, auch im biblischen Alterthume Einfluß auf die Regierung, weshalb ihr Name auch angegeben wird. Nach dem thalmudischeu Rechte sind Frauen vom Königthume in Israel ausgeschloffen (Maim. Mel. 1, 5). Die gepriesene Gelehrsamkeit der thalmudischeu Frauen, S. 36, ist sehr übertrieben. Die S 36 behauptete Zulässigkeit des Minn, nachdem der Vater die Kidduschin empfangen, beruht auf einem Jrrthume. Der das. genannte N. Sim. b. Ge mal, hat nicht zur Zeit der Tempelzerstörung gelebt. Der Verf. hatte den Großvater und den Enkel^ identifizirt. Der geistreiche Dr. Beck hat ״auf Jeschiba gelernt"; er hat mithin keinen Anspruch auf Nachsicht in Lhalmudischen Fragen. Die Beiträge von Dur und Reich werden mit Interesse gelesen werden; die Witze, namentlich die von Horowitz die Leser ergötzen. Zur Abwehr. Im Julihefte des ״Ben-Chan." am Schluffe der Rezension des Hrn. Rabb. Hochmnth über das Religionsbuch von Ziltz, will Hr. Rezensent, nachdem er gegen den im Fache fast ergrauten würdigen Verfasser so viele unliebsame und dessen Ehrgefühl verletzende Aeußernngen niedergeschrieben hatte, endlich auch wissen, wie denn der Religionslehrer der k. k. israel. Musterschule zu- Pest die Stelle dort: ״Was heißt Glaube re." (§. 201), seinen Schülern erklären oder mundgerecht machen kann. Wir bedauern sehr vom Hrn. Rabb. Hoch.muth, den wir sonst als humanen Mann achteten, diesmal unumwunden sagen zu müssen: daß er sich bei dieser Kritik in einem sehr zweideutigen Lichte gezeigt hat, indem er hier mehr Nebenzwecke als eine reine Absicht, mehr die Person, als die Sache vor Augen gehabt zu haben, verräth*). Was aber zu *) Nach unserem Dafürhalten verräth diese Aeußerung eine Gereiztheit, welche von jeder wissenschaftlichen Erörterung fern bleiben sollte. Ued.