Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 10 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 472 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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— 472 — unter ihrer Aegide nehmen, und wie fie einst bei Ernennung von Vorstehern das Votum der Lichtpächter *) berücksichtigte; so möge sie auch jetzt auf die Stimme derjenigen achten,.die im Lichte wandeln, damit uns gebildete Rabbiner und Vorsteher ernannt werden; denn aus dem Status quo ante kann kein Heil für Israel hervorgehen! N. Landes. Groß-Kattifcha, im August. Seitdem die hohe Regierung durch die Einführung eiues allgemeinen Lehrplanes für die Normal-Gegenstände in allen Schulen der Gesammtmonarchie jedem Angriffe auf Schule und Unterricht mit einem Schlage ein Ende gemacht, ist es nur noch der Hebräischunterricht, welcher den Anfechtungen der sogenannten Verbesserungssüchtigen am Meisten ausgesetzt ist. Dieser, in den meisten Gemeinden noch immer der Einsicht des Schulvorstandes überlassen, bildet den Schwerpunkt alter Klagen und Beschwerden; er ist gleichsam der Sündenbock, der für alte Gebrechen und Mängel der Schule zu büßen hat, und als die allein verwundbare Achillesferse, muß er Berufenen und Unberufenen zur Zielscheibe dienen, die ihre Giftpfeile auf ihn abzuschießen unablässig bemüht sind. — So läßt ein Korrespondent des geschätzten ״B.-Ch." im 6. Hefte dieses Jahrganges mehrere Gemeinden unseres Komitates die Revue passiren, und nachdem er Gemeinden, Schulen, und Nabbiuer Lob und Beifall gezollt, bleibt er vor Groß-Kanischa stehen, mustert dessen Institutionen, untersucht die Schulen, findet den Hebräischunterricht auf ein Minimum reduzirt, und geißelt auf die arme Schule grausam los, als ob das Wohl und Wehe des Judenthums einzig und allein von ihr abhinge. Ueberzeugt, daß der. Hr. Korrespondent, trotz, oder vielmehr wegen der Genauigkeit, mit der er die Mängel der hiesigen Schule aufzuzähleu bemühet ist, ihre Einrichtungen und Leistungen gar nicht kennt, würde ich dessen Referat, wie billig, unbeachtet gelassen haben, um so mehr, da die hiesige Lehranstalt durch ihr mehr als dreißigjähriges segensreiches Wirken ihren Ruf gegründet, daher ihre Kredit, durch diese und ähnliche Berichte nicht leicht gefährdet werden könnte. Nichts desto weniger kann ich es im Interesse der Wahrheit nicht unterlassen^ den Hrn. Berichterstatter bescheidentlich entgegen zu treten, ihm seine ungegründeteu Besorgnisse zu benehmen, und zu erklären, daß das Hebräische an der hiesigen Schule seit Jahren, schon nach einem zweck- und zeitgemäßen Plane gelehrt, und wenn anders das glaubwürdige Urtheil sachverständiger Fachmänner maßgebend ist — mit ziemlichem Erfolge gelehrt wird. Es liegt außer meinem Zwecke den blos für den Hebräischunterricht. au der hiesigen Schule gearbeiteten Entwurf seinem ganzen Umfange nach vor das Forum der Oeffeutlichkeit zu bringen. Es genüge daher die Erklärung, daß die Zöglinge der hiesigen Lehranstalt nach regelmäßig zurückgelegten Studien in's praktische Leben folgendes hebräisches Wissen mitnehmeM Die Kenntniß der fünf B. M., der früher« Profeten, der meisten Hastoroth und der im Gebete *) Bekanntlich bestand in Galizien ein Gesetz, daß der Anfang mit 10 und später mit 7 Lichtern Besteuerte als. Gemeinde-Vorsteher wählbar ist.