Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 10 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 469 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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469 zu gewinnen. Heute hangt er mit Liebe an der Schule, und hat bereits lesen und schreiben erlernt. In seine ehemalige Situation will er nun nicht mehr zurückkehren. — Der Konkurs zur Besetzung der Musterhauptschul-Lehrerstellen ist bereits ausgeschrieben und soll nächstens ein Mehreres darüber gesagt werden. G—n. Aus Galizien. Ich entspreche hiermit Ihrer geehrten'Aufforderung im 10. Hefte des 1. Iahrg., Ihnen, den Ort des dort erwähnten Zadiks genau -anzngeben. Zydaczow heißt derselbe, und׳ war die Residenz des seit Jahren entschlummerten R. Herschel's. R. Osia's, wie auch die. des aus dem glorreichen Hause herrschenden Sprößlings. Die Verblendung einerseits, und die Unverschämtheit andererseits ist hier so groß, daß jeder Familien-Sprößling, nachdem er alle Phasen des Lebens dnrchgemacht hat, mit dem Ableben des Dalai- Lama gleich zu derselben Würde erhoben wird, von dem die Gabuem die märchenhaftesten Wunder in Umlauf zu setzen wissen. — Ein jüngst statuirtes Beispiel der Unverschämtheit dieses Volksverführers in Zydaezow mag hier seinen Platz finden. Da die .Gaben der Andächtigen bei der gegenwärtigen Handelskrise — obwol ihrer jetzt me.hr als je daselbst erscheinen.— nicht so reichlich in die Taschen des Gottgefälligen stoßen, so ließ derselbe eine Sammlung zur Erbauung eines Beth-hamidrasch veranstalten. Das fromme Judenherz, welches gern und willig sein Schärfiein zu religiösen Zwecken beiträgt, brachte bald eine Summe von 20,000 st. CM. zusammen. Jeder Durchreisende wurde von den umsichtigen Häschern des Rebbe ausgespähet und zu demselben geladen, allwo ihm die Börse erleichtert, und dafür Segen und Fülle verheißen wurde. Der fromme und uneigennützige (?) Rebbe ließ für einen Theil dieses Betrages seinem Sohn ein Gasthaus erbauen, um darin die Wallfahrer gegen ein Honorar zu beherbergen. So geschickt wissen diese Leute Altes zu ihrem Besten auszubeuten! Fast in den meisten Städten und Städtchen. Galiziens wird das Judenthum von solchen Exemplaren geprellt, und keine hilfreiche Hand wird uns zur Unterdrückung derselben geboten! In Drohobycz, wo der Chafidismns in schönster Blüthe Prangt, und, wo die Anhänger der verschiedenen Rebbes sich auf's Blutigste anfeinden, gehen einige Männer von besserem Zeitgeiste mit dem Plane um, ein Spital zu erbauen, und zwar soll dieses Unternehmen nächstens realisirt werden. Gott segne ihr Unlernehrrren! N. Landes. Aus Galizien, Ende August. Du wirst gewiß, geehrtester Ben-Chananja, mir Deine Spalten öffnen, daß ich darin einige Momente aus den galizischen Zuständen verzeichne. Mit Uebergehung derjenigen Gemeinden, die bereits geregelte Schulen, verbunden mit einem systematischen, zeitgemäßen Unterrichte haben, will ich nach Vorausschickung einer allgemeinen Darstellung der Kulturzustände Galiziens blos diejenigen Gemeinden in's Auge fassen, die ihren Willen zur Gründung von Schulen kundgaben, aber leider wieder in eine Lethargie verfallen sind, ans welcher sie kaum die. Posaune des Messias wachdonnern könnte. Ben^pnaoja X. 485». 30