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Ben Chananja · 1859-01-01 · 8-9 (1859) · p. Seite 427

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
8-9 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 427 (sequence 87)
Language
German
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~ 427 — daß hier die rechte Bahn eingeschlagen wurde, Md wir haben die volle Zuvrrficht, daß das Urtheil der Zukunft beim Ueberblick des Ganzen, das im Ddratts ahnende Urtheil bestätigen werde. . Br. Pest, 11. August. Sie dringen so freundlich Und bitten so ernstlich, Herr Redakteur, daß es wahrlich schwer ist zu widerstehen, und so reihe ich mich denn unter die Fahne Ben-Chananja's, um ihm vom Leben und Streben unserer großen Gemeinde von Zeit zu Zeit Nachricht zu bringen. — Oh Sie durch Aufnahme meiner Zuschriften fich den Dank Ihrer Leser, und insbesondere der hiefigen, erwerben werden, steht dahin. Sind doch in den meisten Gemeinden Einrichtungen, und Vorfälle in so enger Beziehung mit Parleistell.ung und persönlichen Neigungen und Abneigungen, daß eine aufrichtige, wahrheitsge mäße Besprechung jener kaum möglich ist, ohne da ^oder dort auf beleidigte Empfindlichkeit zu stoßen. Nun erst hier, wo seit einiger Zeit die Äemüther in ungewöhnlicher Weise aufgeregt sind, und die Wogen der Parteiung so hoch zu gehen beginnen. Es. ist heute ein bedeutungsvoller Tag für das Pester Israel, nicht weil meine Wenigkeit ihr Referat beginnt, sondern, weil nun geendet ist die Hirtenlose Zeit, und am Abend unsere Gemeinde ihr neues geistliches Oberhaupt in der Person des Hrn. Rabb. Dr. Meisel begrüßen wird. Solch' ein Ereigttlß bezeichnet immerhin eine Epoche im inneren Leben einer Gelneinve, wie hoch oder gering auch die Kapazität des Betreffenden sei. War's blos Schwarzseherei, welche auf der Bahre des seligen Schwab, den letzten Rabbi der einen, ganzen und großen Pester Gemeinde erblickte, oder ist nun wirklich das unselige Signal gegeben zur unheilbaren Zerklüftung und Zerrüttung? Werden wir einen Schönredner oder einen Rabbiner, haben? Ist Hr. Dr. M. Philologe oder Theologe? Ist. er genährt und gesättigt von den -Quellen jüdischer Theologie, von jenen Quellen, deren Wichtigkeit unbestritten und unverringert bleibt/welche Richtung auch vorherrsche, und welche Beachtung oder Mißachtung auch ihren Lehren und Vorschriften zu Theil werde? Ist er Thalmudgelehrter genug, daß vorkommende Fragen und Differenzen nicht über seinen Kops weg diskutirt und entschieden werden, und daß er nach oben und nach Außen der großen Pester Gemeinde gebührende Geltung wahre? Ist seine Haltung einekorrekt rabbinische, frei sowol von koquettirender Weltlichfeit neueren, wie von affektirtem Ascetismus neuesten Styles? Wird's ihm gelingen, die wichtigste, obschwebende Angelegenheit, die Regelung des KnltUS der neuen Synagoge befriedigend und versöhnend zu lösen? im Sinne des Fortschrittes oder der restanrationssüchtigen Romantik? Wird er nöthigen Takt und praktischenZSinn, gepaart mit Milde und würdigem Ernste besitzen, um in den Hunderten Einzelfälten, die in so zahlreicher Gemeinde aufstoßen, dem Beruft als Lehrer, Mahner und Mittler entsprechend zu wirken? Solche und ähnliche Fragen werden in den verschiedensten Kreisen diskutirt, und es bilden die Antworten darauf eine ganze Stufenleiter von Hoffnungen, Wünschen und Befürchtungen, von — freilich vereinzelten Hyperen-

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