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Ben Chananja · 1859-01-01 · 8-9 (1859) · p. Seite 426

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
8-9 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 426 (sequence 86)
Language
German
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— 426 — renommirtsr Meister mit der Verfertigung des Instrumentes beauftragt wurde. Seit Kurzem ist nun die Orgel in dem, durch die künstlerische Hand unseres würdigen Gemeindemitgliedes I. Wiopler so herrlich gemalten Gotteshause aufgestellt. Noch ist kein Menschenalter verstrichen, als man gegen den Gebrauch der Orgel bei Gelegenheit des Hamburger Tempelbaues die Gutachten aus allen Gegenden der Windrose einholte. Per hochgeehrte Redakteur dieser Zeitschrift gehört zu. den Wenigen, die schon vor zwei Dezennien* *) die Bedeutung der Musik für die Synagoge in einer gediegenen, mit seltenem Scharfsinn und ungewöhnlicher Fachkenntniß geschriebenen Abhandlung hervorhob; dem Hin!- mel sei Dank! heut' zu Tage dürste die Frage über die Zulässigkeit eines mnsikalischen Instrumentes beim Gottesdienste kaum mehr ein Terrain für theologische Kontroverse abgeben: denn das muckerische Gebaren der neuromantischen Zionswächter mit glattrasirtem Kinne und Glacehandschuhen ist ebenso albern als lächerlich. Unser Damenverein entfaltet eine segensreiche Thätigkeit, der gute Zweck liegt vor Augen und der Fond ist durch die einfließendeu Beiträge ziemlich angewachsen. Die Hilfsbedürftigen sind dadurch nicht mehr der Beschämung und dem oft barschen Anfahren der Geber ansgesetzt. Nicht.minder heilsam wirkt die seit einem Jahre gegründete Kleinkinder-Bewahranstalt — die jüngste Schöpfung in unserer Gemeinde. Die -Zahl der Zöglinge beträgt 75. Es verdient übrigens erwähnt zu werden, daß sowohl katholische, als auch die protestantische und serbische Bevölkerung von einer Anstalt Gebrauch macht, wo die Kleinen eine ihrem zarten After angemessene Unterweisung genießen, und wo die schlummernden Fähigkeiten aus eine naturgemäße Weise, geweckt werden — hier hat das Horaz'sche ״ä616ota.r6 6t xroä6886" seine volle Anwendung- Seitens des Kultus-Vorstandes wurde diesem Institute eine Subvention von 160 st. österr. Wahrung bewilligt — ein Beweis, daß an der Spitze unserer Gemeinde Männer stehen, die der Zeit und ihrer Aufgabe gewachsen sind. Und somit hätte ich auch die Organe bezeichnet, durch welche das Leben dieser Kommune sich äußert. Die genetische Entwickelung ist keine durch Resterion geschaffene; denn der lebendige Zeitgeist, der sich in der Geschichte offenbart, wird in seinen Wirkungen erst dann klar, wenn eine abgerundete, in sich abgeschlossene Vergangenheit vorliegt. Aber, so viel wagen wir zu behaupten׳ als Wicht, Ihnen den beifolgenden geringen Betrag von 26. st. CR. mit dem Wunsche zu senden, daß der für Ihre Synagoge angeregte Bau einer Orgel recht bald zum Lob' und Preis' unseres himmlischen Allvaters zur Ausführung kommen möge. Mit achtungsvoller Ergebenheit ' S F - . . l. *) In der Einleitung zu des sel. Chorin Jeled Seknnim.

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