Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1859-01-01 · 8-9 (1859) · p. Seite 423

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
8-9 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 423 (sequence 83)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2542917-2543094-2543103--1045-2544736
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 423 — sichtlich der Verständigung der Israeliten Joseph Szivesy nnd Dr. Leopold Herz das Geeignete zu veranlassen. Szegedin, am 13. Juli 1859. In Abwesenheit des k. k. Herrn Komitatsvorstandes: Stand in ger w. p. Pveßbrrrg, im August. Den Bericht über das hiesige Schulwesen beginne ich mit der hiesigen Hoch- oder Rabbinatsschule. Dieselbe ist zwar als Anstalt hier die jüngste, doch ist sie als Thalmndschule die älteste, berühmteste und vorzüglichste in Ungarn. In dieser Schule herrscht noch immer der altorthodote, glaubensstarke, Israel durchdringende Geist, der Geist des Gesetzes und des Glaubens. Dieser Geist verschafft ihr auch ihr jetziges Renommö, wodurch ihr die- Auszeichnung zu Theil wurde, von Gr. k. k. apost. Majestät das.Oessentlichkeitsrecht zu erhalten. Mögen derselben würdige Rabbiner entsprießen! Dieser lasten wir die hiesige israelitische Gemeindeschule folgen, eine Hauptschule, an welcher vier befähigte Lehrer den Unterricht in den vorgeschriebenen Unterrichtsgegenständen imb in der Bibel ertheilen. Diese Schule wird von nahezu 400 meist armen Kindern besucht, welche sowol für den Thalmud als auch für Mittelschulen vorbereitet werden. Eine von der hiesigen Kultnsgemeinde unabhängige Schnle ist die hiesige israelitische öffentliche Primärhallptschule. Dieselbe wurde schon im Jahre 1826 von einigen edlen Preßburgern in's Leben gerufen, bestand damals als vollständige, d. i. mit zwei Unterrealklaffen verbundene Hauptschule, und besteht seit der neuen Organistrnng als Hauptschule. Die Schicksale, welche diese Schule erlebte; die vielen- Wechselfälle, welchen sie seit ihrem Entstehen bis zn den traurigen Ereignissen des Jahres 1848, und von da ab, bis 1653unterworfen war; die Ursachen, welche diese Schule bald ihren schönsten Glanzpunkt erreichen, bald aber wieder so tief sinken ließen , daß nur die größten Anstrengnngen es vermochten, sie vor gänzlichem Verfall nnd Untergang zu retten, sowie die Namen ihrer Gönner und auch ihrer Feinde, wollen wir in einer Geschichte dieser Schule baldigst mittheilen*). Diesmal nur einen kurzen Bericht aus jüngster Zeit, wo die Devise dieser Schule: ״Im Namen Gottes wollen wir uns auszeichnen" wieder zu Ehren gekommen. — Geflnnungstüchtige Vorsteher, berufstüchtige, thätige Lehrer stehen dieser Schule vor, welche von nahezu 100 Schülern besucht wird. Diese Schule, im Todesko'scheu Stiftungsgebäude, hat ihr eigenes Lokalbethaus, eine 400 Bände zählende Jugendbibliothek, eine reiche Maaren- und Lehrmittelsammlung u. s. w. Erwähnenswerth ist wol, daß diese Schule am 2. November 1830 von Sr. Majestät dem Kaiser Ferdinand besucht wurde und die in Dessen Gegenwart abgehaltene Prüfung das Allerhöchste Wohlgefallen zur Folge hatte. Direktor aller israelitischen Volksschulen ist der Direktor der katholischen *) Ich stelle Ihnen für diese Geschichte den ״B.-Eh." zur Disposition. Red. 27*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.