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Ben Chananja · 1859-01-01 · 8-9 (1859) · p. Seite 417

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
8-9 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 417 (sequence 77)
Language
German
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— 417 — hie und da eine Duodez-Gemeinde in Böhmen wie dies ein in der ״Presse" erschienener Konkurs zeigt von der Rabbinerstelle gar absonderliche Begriffe haben muß. Da heißt es in großen Lettern: ״Ein Rabbiner wird gesu cht", dann folgen die Anforderungen, die nichts weniger als Hatlara, Rednertalent re. enthalten, nebstbei soll der Rabbiner aber auch Lehrer der dritten und vierten Klaffe, zudem שוחט mtb ■קורא sein, endlich als Gratiszugabe soll er bemüssiget sein, einen Gehilfen aus eigenen Mitteln zu erhalten. — Doch sind dies sehr seltene Fälle und kommen zudem nur in Gemeinden vor, die eben nicht in die Reihe der autonomen Gemeinden gehören dürsten. Ein wahrhaft erfreulicher Anblick für dich geschaßter Ben-Chananja wäre die jüngst in der kleinen und armen. Gemeinde Groß-Bok stattgefundene Tempeleinweihung gewesen. Dieser Gemeinde gebührt das Lob für den öffentlicheu Gottesdienst sowie für den Jugendunterricht viele Opfer gebracht zu haben. Schreiber dieser Zeilen wurde mit der Tempeleinweihung betraut, und kann die zeitgemäße Einrichtung des Tempels und des Gottesdienstes nicht genug loben. Sehr angenehm hat uns die nach dem ״Szegedi Hirado'‘ von den Wiener Blättern mitgetheilte Nachricht von dem Grundbesitze überrascht, um so mehr als., jetzt eben die Gemüther unserer Glaubensgenossen durch den in dem jüngsten kaiserlichen Manifeste wehenden Hauch der Hochherzigkeit voll froher Hoffnung sind, und in dieser Nachricht schon die ersten Sonnenstrahlen eines für uns anbrechenden schönen Zukunstmorgens sehen wollen. — Soll ich dir, würdiger Ben-Chananja von der bei meiner jüngsten Durchreise in Preßbürg von mir 6n passent besichtigten Seminarjeschiwa etwas berichten? von ihrem Lehrplane? von ihrem zeitgemäßen Fortschritte? oder— von böhmischen Dörfern?-— oder ist's einerlei? Möchte doch den dort zahlreich versammelten Jünglingen recht bald eine zweckmäßige Geistesrichtung gegeben werden! להגריל תורה ולהאדירה• Ehrentheil, Rabbiner. Wien, 8. August. Als sch Ihnen das letzte Mal schrieb, schmetterten die Kriegstrompeten. Heute schreibe ich Ihnen, wo der Friede wieder eingekehrt ist. Wehl sind die Gemüther noch nicht ganz beruhigt und die Oseillation der letzten Erschütterung ist noch nicht zu Ende. Hoffen wir jedoch, daß die חבלי של משיה in der Zeit des Dampfes und der Telegrafen nicht lange dauern werden, und daß dann die schönere und bessere Zeit, welche die Profeten verkündeten ולא ילמק עוד מלחמה zur Wahrheit werden wird. Gestatten Sie mir nun, aus einen Aufsatz des Herrn Bezirksrabbiners Straffer im 6. Hefte des ״B.-Ch." d. I. zurückzukommen. Der Verfasser beweist, daß das Religionsgesetz dem Rabbiner nicht gestattet, Spenden von einzelnen Gemeindegliedern anzunehmen.*) Eben so wenig als das Religionsgesetz dieses gestattet, eben so wenig billigt es das Schicklichkeitsgesetz. Es ist jedoch nicht die Schuld der Rabbiner, wenn dieser furchtbare Mißbrauch, der *) Änm. Bekanntlich eiferte auch R. Lipmans Heller dagegen.

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