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Ben Chananja · 1859-01-01 · 8-9 (1859) · p. Seite 418

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
8-9 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 418 (sequence 78)
Language
German
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— 418 — mannigfach störeneimvirkt, besteht; die Gemeinden haben die Verantwortung dafür zu tragen. Man werfe einen Blick ans die materielle Stellung der Rabbiner, und man wird finden, daß sie nicht sehr beneidenswerth ist. Im besten Falte können sie in anständiger Weise mit ihrer Familie leben. Schwerer geht es schon, wenn es fich handelt, die Kinder zu versorgen, und wie oft kommt nicht das wahrhaft entwürdigende Schauspiel vor, daß zur Verehelichung der Tochter eines Rabbiners gebettelt werden muß. So lange jedoch die großen Gemeinden nicht mit dem Beispiele Vorangehen und den Rabbinern und Predigern den nothwendigen Gehalt aussetzeu, damit sie nicht auf Sporteln angewieseu find, insolange kann man nicht verlangen, daß die kleinern dieses thun. Bis jetzt aber bilden die Sporteln eine Hanptrubrik. Wir wissen wol, daß für die Gemeinde-, wie für die Staatssäckel indirekte Steuern nothwendig find, aber man mache den Rabbiner, Prediger, Lehrer, Kantor rc. nicht znm Steuereinnchme-r. Es gibt bereits Gemeinden, wenn auch nicht im Vaterlande, die mit gutem Beispiele vorangegangen sind, so Frankfurt am Main, Berlin 1c.; daß die Wirksamkeit der Gemeindebeamten eine andere und bessere sein kann, wenn sie nicht von der Gnade und Barmherzigkeit der Einzelnen abhingen, braucht nicht weiter auseinander gesetzt zu werden. Die Frage, bezüglich der Errichtung eines Seminars und einer jüdischen Vo'kksfchnle tauchen wieder auf. Ich bekenne aufrichtig, es ist ein eigenthümliches Gefühl gegen etwas sprechen zu sollen, das man vom Herzen wünscht. Die Frage des Seminars ist in dem Augenblicke nicht brennend. So weit wir die jungen Leute kennen, die sich den Studien widmen, und wir glauben darin ntcht unwissend zu )ein, so ist gerade von nichts vorhanden. Diejenigen, die sich wirklich dem Rabbinate u ifcmeu wollen, wenden sich anderswo hin. Daß ein Seminar in Wien Studirende anlocken würde, ist keine Frage; aber wie sollen diese leben, da es in Wien ohnedies jetzt sehr theuer ist. Es wäre überhaupt eine große Wohlthat, wenn etwas für die große Anzahl armer jüdischer Stndirenden der Medizin, der Technik, des Obergymnafinms rc. geschehen würde. Im besten Falte verschafft man einem solchen Stndirettden eine Lektion. Wie hänstg trifft es aber ein, daß die jungen Leute znm Lehrfache kein Talent haben. Die Errichtung einer Volksschule wäre ein Bedürfniß. und müßte es die wichtigste Aufgabe des Vorstandes sein, sie in's Leben zu rufen; aber ist jetzt der geistige Moment? Wir glauben nein לדי להכימא, ברמיזא• Wiederholen müssen wir jedoch, was wir bereits in diesem Blatte ausgesprochen haben: die Eltern, die von einer Dringlichkeit der jüdischen Volksschule sprechen, mögen zuvörderst ihre Kinder in jüdische Institute schicken. Mögen sie die Reformen, welche diese Institute da und dort bedürfen, zur Bedingung des Eintrittes ihrer Kinder machen. Aber טכל והעלה שרץ בידו hat keinen Werth. Keinesfalls werden die Fragen jetzt gelöst werden, denn wir haben die snison worls. Was ״kreucht und leugt" hat die Stadt verlassen.

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