Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 8-9 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 403 (sequence 63)
- Language
- German
- Belongs to
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— 403 — Passahfestes auf einem Sabbath; die Schuloberhänpter, Btre-Batyhra, wußten nicht, ob das Passahlamm am Sabbath geopfert werden dürfte, da trat Hillel, ein Schüler von Schemaja und Ab-- talion auf, und wies nach, daß dieses Opfer, sowie viele andere, den Sabbath verdränge. Er wurde alsogleich zum Nässt erhoben. Daß die Sache nicht ganz ruhig abgelaufen sein muß, erhellt dataus, daß Hillel seine nun verdrängten Vorgänger noch mit Norwürfen überhäufte und sprach: Was ist Schuld daran, daß ein Babylonier an eure Stelle zum Oberhaupte erwählt ist worden? Eure Trägheit bloß, weil ihr die Lehren des Schemaja und Abtalion nicht angehört. Diese Stelle, wie sie uns vorliegt, bietet sehr viele Schwierigkeiten und scheint mit dem uns sonst bekannten sanftmüthigen Charakter des Hillel ganz und gar nicht übereinzustimmen. Hat auch Hillel zum Wahlspruche sich genommen: Wo kein Mann da ist, so strebe, dich als solchen zu zeigen; so heißt es doch, die Sache zu weit getrieben, ein sonst makellos dagestandenes Präsidium, dieses einzelnen Falles wegen zum Sturze zu bringen und sich an dessen Stelle zu setzen. Die Ansicht, daß dieses Synedrion, als Kreatur des Herodes, dem Volke ohnedies verhaßt gewesen (Grätz, Gesch. d. I. III. 207), widerlegt schon Jost (Gesch. d. I. I. Abth. 277). Noch auffallender aber muß uns der Umstand erscheinen, wie das ganze batyhränische Synedrion hierin unwissend bleiben konnte, da in unser« 14 Kalenderformeln drei sind, wo der Vorabend des Paffahfestes auf einen Sabbath fällt, wie denn auch die Jerusalemtsche Gemara hierüber ihr Erstaunen ansdrückt (Pessachim VI. p. 33 a). Ich glaube jedoch, daß es sich um nichts weniger, als um die Festsetzung eines Religionsprinzipes gehandelt, daher die angewandte Strenge. Betrachten wir genauer die dem Rabbinismus gegenüberstehenden Sekten, wie Samaritaner, Zadnzäer und Karaiten, so stimmen sie alle, wenn auch verschiedenen Richtungen folgend, doch darin gegen den Rabbinismus überein, daß sie erstens jede Tradition verwerfen, dagegen zweitens sich strenge an den Wortlaut der mosaischen Bücher halten, ohne sich auch nur die geringste Umdeutung zu gestatten. Eine Folge dieser letzter« Ansicht ist, daß sie den Sabbath viel strenger zu halten sich verpstichtet fühlen, als die Anhänger