Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 8-9 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 401 (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
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— 401 I. Widerlegung der Chassidäer. Es war ein alter Streit unter den Vertretern der jüdischen Religion, ob im Kriege der Sabbats verlezt werden dürfe. Die erste Spur dieses Streitessfindet sich in dem Syrerkrieg unter Mathatias; während die Chassidäer am Sabbath gegen den Feind nicht einmal vertheidigungsweise Vorgehen, oder nur ihre Schlupfwinkel verschließen wollten,, und lieber als Opfer ihrer Frömmigkeit, nebst Frauen und Kindern, in der Zahl von 1000 Seelen fielen (I. Makkab. 2, 38), rief Mathatias einen Beschluß der Gelehrten hervor, daß der Krieg gegen jeden, der angreift, am Sabbath erlaubt und gerechtfertigt sei (Ibid. v. 41. Jos. Alterth. 12, c. 7). Nun sollte man glauben, daß dieser^Streit ein für alle Mal abgemacht worden sei, doch dem war nicht so. Unter dem Bruder-- streit zwischen Aristobul II. und Hyrkan II., dessen Gelegenheit der römische Feldherr Pompejus zur Eroberung Jerusalems sich zu benützen suchte, taucht dieselbe Sabbathfrage wieder auf. Pompejus, um sich den Sieg leicht zu machen, bediente sich des Sabbathes zum Angriffe. Im Rathe der Gelehrten wurde zwar beschlossen, daß gegen unmittelbare Angriffe des Feindes der Sabbath verlezt werden dürfte, ohne jedoch den Feind in seinen anderseitigen Unternehmungen zu stören. Die Römer, wahrscheinlich davon in Kenntniß gesetzt, ließen auch stets am Sabbathe die Waffen ruhen, arbeiteten aber an diesem Tage um so emsiger an der Untergrabung und Erschütterung der Befestigung, worin sie nicht im Geringsten gestört wurden, bis sie endlich im Monate Siwan an einem Sabbath das Mauerwerk zum Sturze brachten und den Tempelberg bestiegen (Dio Cassius 37, 16), was die Inden an diesem Tage bis 12,000 Seelen gekostet. (Jos. Alterth.) Wir sehen also, wie die ursprüngliche Beschlußfassung unter Mathatias bereits zu Gunsten der Chassidäer modifizirt wurde. Aber auch später, als die Juden im lezteu Kampfe die Waffen gegen die Römer ergriffen, suchte König Agrippa das Volk durch den Hinweis ans die Heilighaltung des Sabbaths vom Kampfe abzubriugen. Alle, rief er der versammelten Menge zu, Alle, die da Krieg führen, müssen entweder auf menschliche Kraft, oder auf Gotteshilfe vertrauen, erstere