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Ben Chananja · 1859-01-01 · 8-9 (1859) · p. Seite 386

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
8-9 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 386 (sequence 46)
Language
German
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— 38,6 — empfehlenswerth ist. Die eigentlichen^ Leseübungen dieser hebr. Fibel aber beginnen gleich mit Wörtern, nun wir׳ könnten diese dabei angewandte Methode die Wortmethode nennen, wenn nur die gegebenen Wörter methodisch geordnet werden wären. Wenn der Hr. Vers, in Erwägung zieht, daß diese Fibel in allen israelitischen Schulen unseres großen Vaterlandes eingeführt werden muß, daß eine methodisch abgefaßte Fibel auch dem ungewandten Lehrer eine Anleitung zu einem methodischen Unterrichte geben soll, und daß bei dem hebr. Unterrichte um so mehr schon bei dem Anfänge Altes aufgeboten werden muß, um den Kindern Lust und Liebe zu diesem Lehrgegenstande einzuflößen, so wird er hoffentlich unser übrigens unmaßgebilches Urtheil nachsichtsvoll einer Prüfung unterziehen und die Fibel bei ihrer zweiten Auflage nach den zeitgemäßen Anforderungen der razionellen Methodik abznfaffen sich bestreben, und das ist's, was wir zur Erreichung der Schulzwecke für nothwendig halten. Zur Geurtheilung des Äakobson'schen Lesebuches ״kiwwvaim". Vom Hauptschullehrer L. Mendt. In der Benrtheilung des Lesebuches ״Riwwomm" von vr. Jakobson" — 2. Heft des ״Ben. Chan." — spricht sich Hr. Direktor Kohn über das Bedürfniß eines guten Lesebuches für die obern Klaffen israelitischer Schulen aus, und äußert sein Bedauern über die geringe Zahl der pädagogischen Schriftsteller unter unfern Glaubensgenossen. Es ist leider nur zu wahr, daß Unterricht und Erziehung von unseren Literaten nicht hinreichend gewürdigt werden. Äu einer Zeit, wo wie jetzt die heterogensten Elemente sich geltend zu machen suchen, wo insbesondere auf religiösem Gebiete von der einen Partei maßlose Reform, von der andern Rückschritt bis zum Obskurantismus gepredigt, wird, da ist es dem redlichen Erzieher oft sehr schwer, den gestellten Anforderungen zu genügen, und die Nahrung für Geist und Herz seiner Schüler entsprechend zu vertheilen. Der jüdische Lehrer der Gegenwart hat die wichtige Aufgabe, Kinder der Neuzeit s o zu erziehen, daß sie an Glaubenskraft denen der alten Zeit gleichkommen, und doch stehen ihm nicht mehr die alterprobten Mittel zu Gebote! Gewiß ist es da Pflicht eines jeden Befähigten, zur befriedigenden Lösung dieser schwierigen Aufgabe nach Kräften beizutrageu, und Mittel zu schaffen, durch deren Anwendung das Heranwachsende Geschlecht seiner wahren Bestimmung zugeführt werde. Besonnene Erwägung und eingehende Besprechung der durch die Zeitrichtung gebotenen Bedürfnisse waren vielleicht noch nie so nothwendig, wie eben jetzt, und jeder Lehrer weiß es deshalb, dem geschätzten Ben.-Chan. vom Herzen Dank, daß er seine Spalten dergleichen Besprechungen bereitwilligst öffnet. — Während wir aber über Jndifferentismus vieler Berufenen klagen, sollten wir um so dankbarer das annehmen, was hie und da von fleißiger Hand uns geboten wird. Das redliche Streben verdient Anerkennung, und insbesondere hat der jüdische Literat Anspruch auf Unterstützung. Ist es ihm ja ohnehin so schwer, seinem Werke Verbreitung zu verschaffen, und wie viele gute Schriften bleiben uns vorenthalten, wie viele gute Kräfte erschlaffen, weil es eben an Aufmunterung und Unterstützung fehlt. Der hat die Aufgabe der Kritik in unserer Zeit nicht richtig erkannt, der mit skrupulös

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