Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 8-9 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 385 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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— 385 — in dieser Wortsammlung Wörter mit den Auslauten ג,ט,ה,ש,ו,י gesucht. Aus welche Weise wird das Kind zur Lesefertigkeit gelangen? Wie kann man von dem Kinde fordern, daß es solche Wörter lesen könne, wenn ihm dieselben nie vorgeführt worden sind? Die 10. und 11. Uebung bringen Wörter mit dem Schwa und den Chatufim; da aber diese Uebung eine der schwersten ist, so sollten meiner Ansicht nach, die 12., 13. und 14. derselben vorausgeschickt werden. Der wahrhaft elementarische- Unterricht bedingt einen Stufengang vom Leichtern zum Schwerern, vom Einfachen zum Zusammengesetzten. Wir müssen die 10. Uebung leider auch als mangelhaft und unvollkommen bezeichnen; denn erstens fehlen in derselben Wörter mit.dem doppelten Schwa in der Mitte, und zuweilen ist der Lesestoff zur Einübung des beweglichen Schwa ungenügend. — Die Hebungen 31, 32 und 33 bedürfen ebenfalls einer methodischen Zusammenstellung nach den Regeln der Laut- und Leselehre. Die Hebungen 34, 35 und 36 enthalten wieder Sätze, deren Inhalt dem kindlichen Anschaunngskreise nicht leicht zugänglich gemacht werden kann. Wir sind nun der festen Ueberzengnng, daß nach den voransgeschickten Bemerkungen der Hr. Verf. und jeder sachkundige Leser zngeben werden, daß die erwähnte hebr. Fibel, hinsichtlich der Wahl und Anordnung des Lehrstoffes Manches zu wünschen übrig läßt, und fühlen uns bemüsstgt, diese Mängel den in der Entgegnung uns mitgetheilten leitenden nnd falschen Grundsätzen des Hrn. Verf. zuzuschreiben. Es wird hier nämlich die Gegenbemerkung aufgestellt, daß die religiös-gemüthliche Bildung des Kindes bei den ersten Anfängen einer fremden, wenn auch heiligen Sprache durchaus nicht anwendbar sei. Doch jeder Unterrichtsstoff, der dem kindlichen Geiste neue, und leicht zu affimilirende Nahrung znführt und die Lernlust und Freude am Unterrichte erregt, ist gemnthlich bildend, und jeder Unterrichtsstoff, der Gelegenheit darbietet, über Gott, seine wunderbare Schöpfung nnd seine Offenbarung zu sprechen, ist religiös bildend. Hätte uns der Hr. Verf. in der 7., 8. nnd 9. Uebung solche Wörter gewählt; deren Begriffe den Kindern erklärt werden können, die zur Erweiterung ihres Anschauungskreises dienen; wäre dann der Leseunterricht nicht religiös-geMüthlich bildend gewesen? Bei dem Elementarunterrichte verdient das zu unterrichtende Subjekt stets mehr Berücksichtigung als das zu lehrende Objekt, denn jenes ist Zweck und dieses das Mittel. Der Hr. Verf. behauptet ferner, daß seine Fibel sowol für die Buchstabirals Lautirmethode eingerichtet sei. Allein wir müssen beides bezweifeln;, denn, sowol die Buchstabirals Lautirmethode bringen in den ersten Uebungsn Silben oder Wörter, in welchen jeder Mitlaut mit allen Selbstlauten ai# Annnd Auslaut gelesen wird, und unterscheiden sich nur dadurch.von einauder, daß jene den Buchstabennamen, diese aber den Lautnamen mit dem Vokale verbinden läßt, daß jene unzweckmäßig, naturwidrig, lustvaubend und geistestödtend, diese aber rationell, naturgemäß, geistesentwickelnd und daher