Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 8-9 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 384 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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384 — wiß mit uns alle, die sich die Einsicht von der Fibel verschafften, daß der Hr. Verfasser die in dieser Recenston angegebenen Mängel bei einer zweiten Aufläge beseitigen und verbessern werde. Doch die Entgegnung des Hrn. Vers, beraubt uns dieser angenehmen Hoffnung, ja, sie stellt. uns *vielmehr das Vepbleiben der hebräischen Fibel in ihrer gegenwärtigen Anordnung in Aussicht. Ich halte es daher für meine Pflicht,, in dieser höchst wichtigen Angelegenheit, meine Ansicht der Oeffentlichkeit und hiermit dem Hrn. Vers, zur Berücksichtiguttg zu übergeben. Schweigen hat seine Zeit und Reden hat seine Zeit. Hier wäre Schweigen sündhaft. Der geehrte Herr Verf. macht gleich im Anfänge seiner Entgegnung den Reeensenten und hiermit die österreichische israelitische Lehrerwelt aufmerksam, daß seine Fibel nach der genetischen Methode abgcfaßt sei. Doch wem und was nützt diese Namens Verleihung? Ist das Büchlein nun besser? Wird der Lehrer nun dadurch klüger? Ist das Unterrichtsmittel dadurch zweckmäßiger? Sind die Mängel dadurch beseitigt? Hätte uns der Hr. Verf. in seiner Entgegnung das bei den ersten Leseübungen anznwendende Unterrichtsverfahren, den dabei zu beobachtenden Lehrgang, die dabei zu wählenden Silben und Wörter mitgetheitt, hätte er uns auseinaudergesetzt, wie wir die in diesem Büchlein angehänfte uns unverdaulich scheinende Geistesnahrung schmackhaft, nahrhaft und verdaulich für den kindlichen Geist jubereiten könnten; wir und gewiß alle österreichischen israelitischen Lehrer wären dem geehrten Hrn. Verf. sowohl für die gelieferte hebr. Fibel als für die uns mitgetheilte Belehrung zu dem wärmsten Danke verpflichtet gewesen; doch Hr. Verf. tröstet und beruhigt uns, mit der Versicherung, daß er an den Hauptschulen in Prag und Wien nach der in seiner hebr. Fibel angegebenen Me- Lhode mit dem besten Erfolge unterrichte. Wir glauben ihm dies gerne. Der gute Ruf des Hrn. Verf., das ihm von der hohen Regierung zur Lösung dieser höchst wichtigen Aufgabe geschenkte Vertrauen bürgen uns für seine pädagogisch-prattische Tüchtigkeit, doch die Anwendung pädagogischer Grundsätze haben wir vergebens in diesem Büchlein gesucht. Gibt es doch heute noch viele Lehrer, die mit der unzweckmäßigen Buchstabirmethode viel schneller und sicherer zum Ziele gelangen, als andere Lehrer mit der gewiß rationellen und naturgemäßen Lautirmethode! Wohl ging der Hr. Vers, der Fibel bet Aufzählung der Buchstaben vom genetischen Prinzipe aus, aber dasselbe wurde nicht methodisch nach pädagogischen Grundsätzen dnrchgeführt. Was wird der Leselehrer mit den ersten sechs Uebnngen anfangen? Er muß, wenn er nicht ganz mechanisch und geiftestödtend unterrichten, soll, jeden der einzelnen Buchstaben an die Tafel schreiben, mit dem Vokalzeichen bald als An-, bald aus Auslaut lesen lassen, und zur Belebung und Lusterregung paffende Silben und konkrete Begriffswörter wählen. Besizt aber jeder Lehrer die hierzu nothwendigen Fähigkeiten? Ist das immerwährende Schreiben nicht zeitraubend und unzweckmäßig? Und wozu nüzt dann die Fibel? In der neunten Uebung bringt der Hr. Verf.. eine zwar sehr geringe Anzahl von Wörtern mit Auslauten; doch — umsonst haben wir