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Ben Chananja · 1859-01-01 · 8-9 (1859) · p. Seite 380

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
8-9 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 380 (sequence 40)
Language
German
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— 380 — II. Meiner Bemerkung, daß die aus׳ unfern Schulen Tretenden nicht daran denken, irgend eine fremde Sprache ans der bloßen Grammatik zu erlernen, oder in irgend einem Gegenstände Autodidakt ,sein zu wollen, begegnet Hr. S. solgendermaffen: Das Bocherl dachte auch nicht daran, erst der herangereifte Jüngling machte dergleichen Experimente, denen übrigens weder sie selbst, noch die Welt viel zu danken haben. Um Entschuldigung Hr. S. Ich spreche von den ans unserer Schule tretenden Kindern im Alter von 13 bis 14 Jahren. Solche Kinder!raten sonst aus dem Cheder und gingen zum Schiur, der eine hatte den תלכללד לע , der andere den )-תורמה ל, der dritte die deutsche Sprachlehre, der vierte gar einen Fornosari allein und ohne Nachhilfe emsig durchstudirt, und oft Eltern und Lehrer damit überrascht. Wenn Sie aber meinen, daß man diesen so wenig zu danken hat, so bedaure ich mein Lieber Hr. S. auch hierin anderer Meinung zu sein. Ich schweige von Autodidakten, wie Rapoport, Krochmal, Josef Perl, Hirsch Chajes, Moses Landau, Schwab, Fasset u. a. m. den ckii8 mnjorum gentium, deren Namen die Blätter einer künftigen Kulturgeschichte der Juden Oester- . reichs zieren werden; sondern spreche von einer ganzen Schaar ehrwürdiger älterer Rabbiner und Lehrer, welche jetzt noch im Garten des Herrn rüstig arbeiten und ihrem Berufe mit Pflichttreue obliegen. Sie alte haben mit vierzehn Jahren noch keinen Sprachunterricht gekannt und mit eisernem Fleiße und unerschütterlicher Beharrlichkeit nachgeholt, was eine unglückliche Erziehung an fle vernachlässigt hat. Mit Bollbärten schon traten viele in's Gymnasium und schämten sich nicht die Schulbank mit Kindern zu therlen, oder arbeiteten, unter unsäglichen Entbehrungen und zahllosen Widerständen, allein im finstern Kämmerchen um, im Maunesalter schon, sich klassische Bildung anzueignen. Forschen Sie aber nach, wo denn diese ihre Natur stählten, und trotz innerer und äußerer Widerwärtigkeiten, ohne Hoffnung, jemals angestettt zu werden, das gewünschte Ziel niemals außer Augen ließen, so finden Sie. daß die entwickelnde, erregende Methode des Thalmudlehrers und sein Anspornen zur Selbstthätigkeit einen großen Tyeil dazu beitrug. Und so wünsche ich mein werther Hr. S., daß auch wir dozireude Lehrweiseu, mechanisches Eiutrichtertt, unverständiges Deffiniren und unverdauten Gedächtnißkram aus unfern Anstalten verbannen. Ob der gute Lehrer diese Methode dem Thalmud-Unterrichte oder neuen Schulen entnehme, gilt mir wahrlich ganz Eins. III. Fragt Herr Schütz, was denn den Thalmudjünger zu Schill er hinzog? und fährt fort: Das Kind ans unserer Schule wird wol nicht nach Schiller greifen, soll es nicht. — Schiller ist nicht Dich- 1er des Volkes. Was das erste betrifft, so ist es die keusche Muse, die Hirnmelsreine Unschuld des gefeierten Dichters, welche alte mächtig auzog, die auch Psalmen und Jesaias kannten. Schitler's Gedichte sind zumeist von unfern Gängern in die nen-hebräische Poesie übertragen worden. Ob Schiller auch ein Volksdichter war? Die gebildete deutsche Nation sagt: Ja, und ruft nach allen Seiten hin, daß man sich zum Schiller-Jubiläum würdig vorbereite.' Auch

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