Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 8-9 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 378 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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378 — der zum Vorlesen Aufgerufenen eine bestimmte Anzahl von Versen vorzulesen. Aus allen diesen Momenten zusammen, hat schon Rapoport (in Hal. Kedem, S. 15 ff.) mit gewohntem Scharfsinn nachgewiesen, daß der Einthetlung in der Pesch, eine für die Svnagogal-Vorlesungen berechnete Anordnung zu Grunde liegt, und das mithin diese Version wie die LXX. und die chaldäischen Versionen für die öffentlichen Vorlesungen in der Synagoge gebraucht wurde. Wie verlassen hier den Verf. fast am Schluffe der ersten Abtheilung seiner Abhandlung, und müssen es den Lesern überlassen, den zweiten Theil der Arbeit, der sich mit eingehender Genauigkeit über den Pentateuch verbreitet, in der Dissertation selbst nachzulesen, die eine Fülle sachlicher sowohl wie lerikalischer Bemerkungen enthält, und der als Anhang mehrere größere Noten über den Syrus in der Herapla n. A. beigegeben find. Möge es dem Verfaffer vergönnt sein, die von ihm versprochene Fortsetzung seiner Arbeiten über die Peschittho, mit der er so gut vertraut ist, baldigst zu veröffentlichen. Berlin. r. Zur Abwehr. *) Von Dr. Moriz Eisler, Hauptschul-Direktor. Hr. Oberlehrer Schütz ist meinem durch Hrn. Lehrer Paschkes in diesen Blättern veröffentlichten Konferenz-Vorträge entgegen getreten. Hätte dieser mit einer bloßen Widerlegung meiner Ansicht sich begnügt, so hätte ich gerne geschwiegen und ruhig das Urtheil denkenden Pädagogen überlassen; doch Hr. S sagt, daß ich den gesammten Lehrkörper der Nikolsburger israelitischen Hauptschule in's Cheder geschickt habe, so fühle ich mich daher im Interesse dieses Lehrkörpers gezwungen, Hrn. S. Rede zu stehen, und meine Meinung noch einmal bescheiden auszusprechen. Hätte Hr. S. mit seinen Augen gelesen, er hätte freilich die Worte gefunden: Wenn ich Ihren Blick auf jene Vergangenheit richte, deren Opfer wir geworden und deren traurige Nachwehen noch heute so oft empfunden werden, will Ihnen auch weder das Benehmen des alten Rebbi als pädagogisch-klassisch, noch die Disziplin des vorwitzigen Chederjüngelchens als mnstergiltig anpreiscn. Findet der unbefangene Leser hier ein einziges Wort nur, daß einer Apologie des alten Chederwesens ähnlich sieht, oder wird hier nicht vielmehr der Stab über das Cheder gebrochen? Wie kann es Hrn. S. nur einfallen, daß ich daran denke, unfern Lehrern zu rathen, daß sie einen säuern retrograden Gang wirklich thun und ans der Schule ein Cheder machen, dem ich doch nur eine einzige gute Seite abgewinnen kann? Ein einzig gutes Ding, behaupte ich, hatte das Cheder, es hat den Verstand des Schülers ge- *) <§. 4. H. S. 184. — 5. H. S. 22 F. Red.