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Ben Chananja · 1859-01-01 · 8-9 (1859) · p. Seite 377

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
8-9 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 377 (sequence 37)
Language
German
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—- 377 —!täte und religiöse Bewußtsein des Volkes verletzen, die überhaupt der großen Menge falsche Begriffe, von irgend einer Sache beibringeu könnten, werden gemildert oder ganz und gar ausgelassen. Dafür führt der Verf. zahlreiche Beispiele an. Viele Stellen werden ans euphemistischen Gründen entweder ganz ausgelassen oder auch abgekürzt, z. B. (II. Sam. 21, 0) 2ר72תא ד־שאול n. A. Besonders sind in der Uebersetzung der Chronik die Stellen, welche etwas für das Reich Juda Nachtheiliges enthalten, euphemistisch umschrieben oder völlig weggelaffen, wie dieß z. B. mit der Stelle II. Chron. 25, 26 der Fall ist. Gin anderer Beweis für den jüdischen Ursprung der Pesch, zum A. L. ist, daß in der kurz nach jener angefertigten und nach der Ansicht des Verf. von einem Jud euchr ist e n herrührenden Uebersetzung des N. T. die Stellen aus dem A. T. meistens nicht mit unserer Pesch, des A. T. übereinstimmen, sondern nach einem eigenen Prinzip übersetzt sind, und sich zuweilen der syrvheraplarischen Uebersetzung nähern. Als Beleg für einen judenchristlichen Nebersetzer des N. T. wird auf folgende Stellen hingewiesen: Matth. 23, 5, wo der Syrer: *Qaönt-da, (-צציח) mit תכלתא und mit תפלין חפלא oder wie es noch bezeichnender in den von Cu re ton edirten Estrangheloevaugelien heißt: ^!"ר^א רצועות של תסלין — übersetzt, ferner Act.Apüst. 1, 12: daßßdtov iyov 030v :ופריק מנה איך שבעא אסתדק (Vgl. S. 21.) Aufschlußreich für die religiöse Betrachtungsweise der Uebersetzer find auch die Aufschriften, die einzelnen größeren oder kleineren Bibelabschnitten in der Pesch, vorzüglich zum Pentateuch und den Psalmen vorangefetzt sind Die Aufschriften in den Psalmen sind echt christlich, rühren aber selbst nach dem Urtheile christlicher Forscher, von. einem späteren Glossator her und beweisen also Nichts. In den Profeten sind nur seltene Aufschriften, und zwar immer von kleinerem Umfange zu lesen. Dagegen glaubt der Verf., daß die Aufschrift ien im Pentateuch bic einzelnen Abschnitte, פרשות oder צר!ה״א bezeichnen sollten, welche in den Synagogen verlesen wurden. Die Bezeichnungen hier stimmen oft vollständig mit den zusammen, welche dafür in den Talmuden und den älteren halachifchen Midraschim gebraucht wurden und stehen nicht selten vor Abschnitten, die das Interesse des außerhalb der Synagoge stehenden Lesers nicht in Anspruch nehmen, während sie für den Juden wichtige Bestimmungen enthalten. (Das Nähere vgl. S. 22—23.) Endlich ist für die Geschichte der Entstehung der Pesch, von besonderem Interesse, die ganz alte, von unserer heutigen abweichende Eintheilung der bibtischen Abschnitte und Zählung der Verse. Die heute üblichen Kapitel sind in kleinere Abschnitte, צחה״א zerlegt, die den rabbimschen סדרים entsprechen. Die jetzigen Verse sind, wie dieß aus den Epigraphen zu den einzelnen Büchern hervorgeht, in 2—3 Verse aufgelöst, — ein Verfahren, das ebenfalls die Rabbiner beobachteten , und welches seinen eigenthümlichen rituellen Grund in der Nothwendigkeil hatte, bei den syttagogalen Vorlesungen aus der Bibel, jedem

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