Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 8-9 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 376 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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— 376 — von einem Geiste getragen ist oder nicht. In diesem Punkte wird nun wieder die syrische Tradition von der Kritik bestätigt; denn so wie EphraemSyrus (opp. I., 305) von הנון דפשקו לסורייא und Jakob von Edeffa von mehreren ש^א^ spricht, so lehrt auch eine genaue Durchforschung des Textes, daß die verschiedenen Bücher der Bibel von verschiedenen Verfassern übersetzt wurden. So ist die Uebersetznng des Pentateuchs unähnlich der der Psalmen, und die mehr paraphrasirende!Übertragung von Ruth rührt gewiß von einem andern Manne her, als die sklavische Arbeit in Ijob. Während Ezechie l, und vorzüglich die Prov erbieu auf einem engen Zusammenhänge mit dem Chaldäer Hinweisen, läßt die Uebersetznng der XII kleineren Propheten einen Einfluß der I^XX vermuthen. Und wie verschieden von allen biblischen Büchern ist die theilweise midraschische, nach einem besonderen Prinzips gearbeitete und gewiß in späterer Zeit entstandene Paraphrase der Chronik. Ja der Einfluß der LXX ift in der Genesis so überwiegend, daß man sich geneigt fühlen könnte, dieses Buch einem anderen Vertenten zuzuweilen, als den.der übrigen Bücher.. (Vgl. S. 13—15.) Daß die Uebersetznng des Pentateuch, welche das älteste und am meisten hebräische Gepräge hat, von den Übersetzern der übrigen Theile der Bibel gekannt nnd benutzt wurde, geht daraus hervor, daß die sich korrespondirenden Verse oder Ausdrücke an beiden Seiten meistens vollständig gleich lauten; an manchen anderen Stellen liegt eine selbstständige Uebersetznng zu Grunde, wie dieß auch in der Uebersetznng der alttestamentlichen Stellen im N. T. der Fall ist. (Vgl. S. .15.) Wenden wir uns nun zur Beantwortung der Frage, die für das Verständniß der Pesch, von der höchsten Wichtigkeit ist: In welchem Geiste, und nach welchen Traditionen wurde die syrische Uebersetznng der alttestamentlichen Bücher angesertigt, oder mit anderen Worten: welcher Religion gehören die Uebersetzer an? Die Gelehrten, gehen in ihren Meinungen über diesen Punkt auseinander. Richard Simon erklärt sich für emen jüdischen Uebersetzer, nach Michaelis, Ki rsch^ Hirze l war der Uebersetzer ein Christ, nach D ath e ein Judenchrist, W i ch e l h a n s hat eine sich selbst widersprechende Ansicht. Demgegenüber stellt n n s er Verfasser die Behauptung auf. daß a n s dem inneren Charakter der Pesch, ihr jüdischer U rsprüng unzweifelhaft hervorgeht, und daß ohne diese Annähme die schw ie r ig st e n Stelle n in derselb en gar Nicht verstanden w e r d e n k ö n n c n. Zur Begründung dieser Behauptung führt der Verfasser im ersten und zweiten Theil seiner Arbeit zahlreiche Belege aus alten Theilen der Schrift an, die einen rabbinischen Einfluß unleugbar darthnn. (S. 16—17; 35—45.) Pas Prinzip des Euphemismus, welches den jüdischen Versionen vorzüglich eigen ist, ist auch an zahlreichen Stellen der Pesch, durchgeführt und dokumentirt deren jüdischen Ursprung. Antropomorphische und anthropopatische Ansdrücke werden von Gott fern gehalten nnd viele Ansdrücke, die das natio-