Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 8-9 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 359 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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gen wtr nun noch das in Thalm. und Midrasch vorkommende דרש במרכבח, welches nicht forschen im philosophischen Sinne, sondern die Schrift im Geiste der Merkavahlehre erklären heißt, nnd denken wir ferner an die Nachrichten von besonders mystischen Erläuterungen der heil. Schrift von Saadia: (Cf. Jellinek Beiträge 1. 53); so muß sich die Vermuthung aufdringen, daß es bis zum Schluffe der Midraschischen Epoche, sowie haggadische Vorträge populären Inhalts, auch eine höhere Art Schristforschnng für die Elite.der Gelehrten gegeben habe. So lange aber die Haupt-Disziplin geheim gehalten wurde, war an eine Sammlung solcher Vorträge nicht zu denken. Erst als im Verlaufe der Zeiten mancherlei Schriften dieser Lehre veröffentlicht wurden, fing Man an, einschlägige Midraschim zusammen zu tragen. So mag der Sohar als vorzüglichste Sammlung dieser Midraschim entstanden sein. 8- 54. Nichts desto weniger treffen wir im Sohar das ganze Getriebe der allgemeinen und der speziellen Haggadah vön ihrem einsachsten Bane bis zu den subtilsten spitzigsten Formen an. Es ist in seinen Blättern sowol die einfach gnomologische Form der ältesten Haggadah als die mit Parallelen und Parabeln geschmückte Vortragsweise der jüngern Midraschim; sowol die kerngesunde Eregese der spanischen Schule, wie das der Grammatik und Logik hohnsprechende ״Pschätel" des Mittelalters vertreten/) so daß Man dem Sammler alle kritische Befähigung zu seinem Unternehmen absprechen muß, wenn uns im Sohar nicht etwa Kollek- *) Wie wir noch im Verlaufe unserer Arbeit sehen werden, stoßen wir auch im Midrasch oft auf solche pschätelartige Erklärungsweisen, ja auch im Thalmud wird hie und da auf witziger Art ein haiachisch er Satz zur Bekräftigung einer ethischen Regel gebraucht. Cf. Sanhedrin 92 a. Wer weiß, ob nicht dergleichen neben den wunderlichen Erzählungen zu den sogenannten כללחא דבר יחותא gehörte, die bekanntlich ersten Vorträgen ooräuszugehen Pflegen. Ich will hiemit nur angedeutet haben, daß aus solchen Erklärungsweisen kein schlagender Beweis für die Jugend des Buches zu nehmen ist. 23*