Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 7 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 333 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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— 333 — blasen, und zugleich aller Orten rundum,, so weit man den Mittelpunkt schauen und den Hörnerschall vernehmen, und von denen man ohne Hinderniß an demselben Tage dahin wandern konnte. Dadurch wurde Jamnia zum Brennpunkte der Religion für die Umgegend". Dagegen erlaubte ich mir an die Mischna R. Ha-Schaua 4, L zu erinnern, wo das diametrale Gegentheil gelehrt wird (I. Z. S. 141). Di׳. I. findet aber meine Bemerkung ungegründet, und verweist mich auf die Kommentare (3, 393). Ich habe dieselben genau nachgelesen und auch Maim. Schofar 2, 8. 9 . zu Rathe gezogen. Ich finde mich aber dadurch in meiner Meinung nur bestärkt, daß nämlich Dr. I. der Stadt Jamnia ein Prärogativ vindizirt, welches im Thalmnd nur der Stadt Jernsalem ertheilt wird. Entscheide nun, lieber Ben-Chananjawer hat Recht? — D1\ M. Dnschak. Ob auch Hr. Dr. Jost geneigt sein werde, demB.-CH. die Entscheidung über die angeregte Frage zu überlassen, möchten wir bezweifeln. In vorliegendem Falle ist jedoch eine besondere Ermächtigung nicht nöthig. Hr. Dr. I. hat ohne Zweifel geirrt, wie jeder Quelle »kundige gerne einräumen wird. Um sich hievon auf die unwidersprechlichste Weise zu überzeugen, braucht Hr. Dr. I. nur die jerufalemifche Gemara zu vergleichen, wo ausdrücklich motivirt wird, weshalb nicht auch Jamnia das Jernsalemssche Privilegium erhalten hat. Uebrigens ist die in Rede stehende Spezialität von keinem großen Belange. Charakteristisch für die Empfindlichkeit , mancher deutscher Gelehrten sind aber die Worte, mit welchen Jost die Widerlegung Duschak's schließt. ״Derartige Einwendungen", meint er, ״mögen nicht eher an die Oeffentlichkeit treten, bevor ihre Richtigkeit reiflich erwogen ist. Denn einem Geschichtschreiber vorwerfen, er habe die Stelle, aus welcher er seine Thatsache zieht, in ihr diametrales Gegentheil verkehrt, heißt ihn ganz und gar für unwürdig erklären"!! Und trotz dieser Empfindlichkeit nimmt Dr. I. seiner Seits keinen Anstand, den Rabbiuen den Vorwurf zu machen, daß sie ״an gefärbte Brillen gewohnt find (S. 402)". Der Kontert berechtigt zu der Annahme, daß der Vorwurf mindestens zunächst nur die deutschen Rabbinen treffe, und wir haben durchaus keine Ursache, bei der bevorstehenden Brillenfehde den Standpunkt strenger Neutralitat zu verlassen. Wir denken blos im Stillen: Die Herren in Deutschland müssen von literarischer Urbanität ganz eigenthümliche Begriffe.haben. Red.. Bestprim, Juni. Seit Kurzem giebt sich in dieser Gemeinde eine sehr erfreuliche Regsamkeit kund. Der Vorstand hält öfter Sitzungen, um über die Verbesserung des Gemeinde- und Schulwesens zu berathen, und legt einen seitenen Eifer an den Tag, alle, eine anständige und ehrenvolle Existenz des neuen Rabbiners bedingende Erforderlichkeiten in Ordnung zu bringen, wobei besonders der Vorsteher, Hr. Mayer Tußkau, rühmend erwähnt zu werden verdient. Nur Schade, daß sich d. Vorst, iu seinem Eifer auch zu manchem Fehler beirren läßt, und dadurch feine schönen. Bestrebungen verdunkelt. So z. B. entsezt er den 70-jährigen ״Dajan", . welcher ein Fixum von nur 2 fl. wöchentlich hat und sich der Guust der ganzen Gemeinde erfreut, seines Amtes,