Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 7 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 332 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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— 332 — seine guten Eigenschaften mehr den ״Neid" als das ״Mitleid" des weichherzig Ken Referenten zu erregen geeignet sind. Er ist zwar kein Pumbaditauer, der einen Elefanten durch ein Nadetloch führen kann, er , ist aber ein gewandter Thalmudist. Er ist zwar kein großer Kanzelredner, er spricht aber mit feurigem Religionseifer aus dem Herzen zu dem Herzen der Gemeinde und ist. .wenn auch selbst kein vielseitig modern gebildeter Mann, doch ein aufrichtiger Verehrer altes Wissens, und verfolgt Niemanden wegen abweichender Religionsanschauung. Vor Altem aber ist er ein uneigennütziger Mann, welche Eigenschüft, bei einen! Rabbinen nicht zu hoch angeschlagen werden kann. Ich denke, daß ein solcher Manu nur zu hoch stehe, um. von. Vielen ״beneidet", nicht aber zu tief, um von irgend Jemand ״bemitleidet" werden zu müssen. Weiter sagt Referent, ״eine Schule für die Jugend besitzen wir nicht. Die Gemeinde ist arm; sie ist aber reich genug, um 30,000 ff. E. M. auf den Bau eines Mekva- Kanales zu verwenden". Sollte heißen, ״eine ״öffentliche" Schule für die Ingend besitzen wir nicht, die Gemeinde ist arm, sie ״war" aber einst reich genug u. s. w." Das kleine Wörtchen ״war" wirft ein Schlaglicht auf das Ganze. Ja, der unglückliche Ban hat die Gemeinde arm gemacht, und die Bauführer desselben werden sich nie von dem Vorwurfe befreien können, der sie mit Recht trifft. Indessen ist die Jugend nicht ohne Unterricht, denn wir besitzen in Hrn. Adler einen geprüften, behördlich konzessionirten Lehrer, der ein tüchtiger Schulmann ist, in'dessen Institut mehrere, zwar mit geringer Kapazität begabten, aber aus diesen Nahrungszweig von jeher einzig angewiesenen Hilfslehrer Ver- Wendung finden. Eine öffentliche Schule steht indessen in nicht gar ferner Ansficht. Ich werde Ihnen seiner Zeit hierüber einen klaren Bericht machen. Was schließlich Referent von einer ״Drehkrankheit des Pilpuls" sagt, ״woran manches Schaf zu Grunde geht", ist unwahr, denn es giebt hier nur einen einzigen Thalmudlehrer, Namens Wiener, der mit einer Tüchtigkeit im Thalmud auch eine vielseitige wissenschaftliche Bildung verbindet, und bei dem sophistischer Pilpul so verpönt ist, daß seine Schüler gesunde Logik gewiß mehr, als pilpnlistischen Schwindel von ihm empfangen. Dem Verdienste seine Krone. Adolf Braun. Wien, Juni. Der gelehrte Rabb. vr. Zipser hat im I. 1852 im Jewisch Chronicle einen Aufsatz drucken lassen., welcher die Vertheidignng des Judenthums gegen die auch im Parlamente Laut gewordene Angriffe zun! Gegenstande hat. Dieser mit ausgezeichneter Sachkenn'tniß geschriebene Aufsatz ist zu London in einem besonder!! Abdrucke erschienen, wovon mir vor Kurzem ein Eremplar zu Gesichte gekommen ist. S. Gaya, im Juni. Eine Bitte! In seinem neuesten Werke (2, 17) beichtet Dr. Jost von R. Jochauan b. Zaechai: ״Er erklärte den Sitz der gesetzgebenden Behörde als die Stellvertretung des vormaligen Synedrion, an welches sich gewisse Vorrechte knüpften. Als ein solches wurde die Befugniß betrachtet, am. Neujahrstage, wenn solcher auf einen Sabbath fiel, das Horn zu