Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 7 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 330 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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330 — Und daß ein Seelsorger heut zu Tage für jede Gemeinde ein unabweisliches Bedürfniß ist, wird kaum Jemand mehr bezweifeln wollen. Das Rabbinat zu Zala-Egerßeg wurde durch den verdienstvollen, früheren Gige'er Rabbiner Engelsmann vor einigen Monaten besezt; schon ist sein wohlthätiges Wirken in Schule und Synagoge unverkennbar. Die dortige, seit zwei Jahren bestehende Normalschule berechtigt nun zu schönen Hoffnungen. In Rendeg, einer armen Gemeinde, wurde Anfang Winters eine Normalschule mit vielen Schwierigkeiten gegründet. Der dortige greise Rabbiner, Freuder, der neben hoher, thalmndischer Gelehrsamkeit schöne deutsche Bildung besizt, könnte, was religiöse Toleranz und Kanzelvortrag betrifft, manchem jnngen Rabbiner znm Muster dienen. St. Gröth, eine mittellose Gemeinde, unterhalt seit zwei Jahren eine Kinderschule mit der opfervollsten Anstrengung, wozu der dortige Rabbiner, ein eifriger Schulmann, das Seinige gewissenhaft beiträgt. In Tapolcza, einer kleinen, bemittelten Gemeinde, besteht seit mehreren Jahren eine gut eingerichtete Kinderschnle, die eine vorzügliche Stütze an der Aufficht und dem Antheil an dem Unterricht des dortigen Rabbiners, Neuhanser, findet, der, nebenbei gesagt, ein recht angenehmer Kanzelredner ist. Zala-Lövö, eine kleine Gemeinde, hat seit einigen Jahren eine Kinderschule; der dortige Rabbiner Anhalzer, aus der alten Schule hervorgegangen, huldigt der neuen Richtung. Zu der Aquisition ihres Kantors, der ein junger talentvoller Mann ist, und den Elementar-Unterricht in ihrer Schule leitet, kann stch die dortige Gemeinde nur Glück wünschen. Paesa, eine Kultusgemeinde 6n Miniature, sowol quantitativ als qualitativ, hat seit drei Jahren eine zweiklasstge Kinderschnle, welche freilich in Auflösung begriffen war, als der vor zwei Jahren zum Rabbiner berufene M. A. Schwarz dem sinkenden Institute neues Leben einhauchte. Diesem jungen strebsamen Rabbiner, der nebst gediegenem Thalmndwissen einen schönen, gefälligen Kanzelvortrag hat, steht für die Zukunft gewiß ein größerer Wirkungskreis bevor. Die kleine mittellose Gemeinde hat in ganz jüngster Zeit ein angemessenes Schultokal nebst Rabbiner- und Lehrerwohnung erbaut. Die Unzulänglichkeit der eigenen Hülssmittel machte es nothwendig, die Milde Anderer anzusprechen. Die zu diesem Zwecke von einer hohen Statthalterei-Abtheilung zu Oedenburg autorisirten Sammlungen fielen freilich nicht sehr ergiebig aus, desto mehr Großherzigkeit haben einzelne Privaten an den Tag gelegt: So hat Seine Majestät der König von Belgien, Inhaber von Paesa, sich mit 100 fl. C- M. an diesem Bau betheiligt; die hochherzige Madame Löwenstein in Wien hat ebenfalls zu diesem Zwecke 100 fl. E. M. auf den Altar der Wohlthätigkeit niedergelegt. Anghvür, Ans. Juni. Im 1. H. des 2. Jahrg. Ihrer geschäzten Monatschrist begegne ich einem von hier aus dadirten, gedrängten Berichte über die sozialen, wie über die materiellen und geistigen Zustände unserer Jsraelitengemeinde von einem Referenten, der sich ״Hirschsohn" nennt. Bei