Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 7 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 318 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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318 — Profezeite, lief hinzu und wollte ihn tödien. Entsetzlich! rief er aus, das ist ja, o König, der Knabe, den die Götter umzubringen befohlen, wenn wir Ruhe haben wollen. Nur allzuwahr ist ihr Götterspruch, weil dieser Knabe, dein Diadem mit Füßen tretend, deiner Herrschermacht spottet. König, laß ihn hinrichten! Befreie die Egypter von ihrer Besorgniß, entziehe den Hebräern die Hoffnung und Zuversicht, welche sie in diesen Knaben setzten. Thermuthis aber eilte hinzu und entriß ihm den Knaben. Der König zögerte damit, ihn auf die Seite zu schaffen. Das hat Gott ihm in den Sinn gegeben, weil er für Moses Erhaltung Sorge getragen. Die Prinzessin ließ ihn sehr sorgfältig erziehen. Mit ihm wuchs die Hoffnung der Hebräer; um so größer wurde das Mißtrauen der Egypter. Nachdem sie aber überlegten, daß (wenn auch der König, dem Moses durch Adoption verwandt war, oder jemand anderer ihn hinrichten möchte) Niemand da sei, der geschickter als er das Staatsrnder führen würde, standen sie davon ab, ihn zu ermorden. Zehntes Kapitel. 1. Bisher haben wir von Moses Geburt und dessen Erziehung gesprochen; aus dem Folgenden werden wir ersehen, daß er, einmal herangewachsen, sich den Egyptern als Held zeigte, und daß er im Stande war, ihre Macht zu brechen, und den Hebräern aus ihrem Elende zu helfen. Die Aethiopier, Grenznachbaren der Egypter, fielen in der Lezteren Gebiet und plünderten. Diese Schmach zu rächen, zogen ihnen die Egypter mit einem Heere entgegen; sie wurden aber geschlagen. Ein Theil blieb ans dem Schlachtfelde, ein Theil ergriff schändlich die Flucht. Die Aethiopier betrachteten es als Feigheit, den fliehenden Feind nicht zu verfol- 'gen, und als Sieger weit und breit Egypten zu besetzen. Die Beute schmeckte ihnen. Sie konnten sich nicht mäßigen, und machten täglich neue Ausfälle. Da in den benachbarten Gegenden, welche sie durchstreiften, keine Waffen ihnen entgegenstanden, rückten sie bis nach Memphis und dem Meere. Keine Stadt wagte ihre Macht aufzuhalten. In dieser bedrängten Lage nahmen die Egypter zn den Orakeln und Wahrsagern ihre Zuflucht. Ihre Götter sagten,