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Ben Chananja · 1859-01-01 · 7 (1859) · p. Seite 303

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
7 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 303 (sequence 11)
Language
German
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— 303 — in Gott ruhenden Menschengeistes geworfen 18)". In diesem Psalm werden aber auch keine ״partikularistischen" Hoffnungen laut; vielmehr rechtfertigt der Inhalt den einleitenden Zuruf: ״Höret dies, all ihr Völker, horchet auf, all ihr Weltbewohner (V. 1)!" Der ganze Psalm ist eine Erinnerung an die Flucht des Lebens, an die Nichtigkeit alles irdischen Glückes und Glanzes, an das Gesetz der Vergänglichkeit, dem auch die Mächtigsten und Reichsten unterworfen sind. Der h. Dichter fühlt sich jedoch erhaben über dieses Gesetz: ״Aber Gott erlöset meine Seele aus der Hand der Gruft; denn er nimmt mich hinweg (V. 16)". In diesen Worten haben bedeutende Schristforscher den Ausdruck der Unsterblichkeitshoffnung gefunden. So schon R. Saadias, Aben Esra und Aron ben Elia, der Nikomedier 19). Neuere Forscher erblicken in dem in Rede stehenden Liede das älteste biblische Stück, worin die Betrachtung der Nichtigkeit alles Irdischen sich nicht in diesseitige nationale Aussichten auflöst, sondern in die Hoffnung jenseitiger Fortdauer. Im Frohgefühle, das ihm dieser neue Gesichtspunkt gewährt, ruft daher der Sänger aus: ״Mein Mund sott reden Weisheit und meines Herzens Sinnen ist Vernunft (V. 4)!" Verwandt mit der Unsterblichkeitshoffnung ist vermöge seiner geistigen Beschaffenheit der Besitz der innern Seligkeit. Ans diese weiset der Profetische Ausspruch hin: ״Tretet auf die Wege und schauet, und fraget nach den ewigen Pfaden, welches der beste Weg ist, und wandelt darauf, und findet Ruhe für eure Seele (Jer. 6, 16)!" 7. Die Verantwortlichkeit. Kein biblischer Schriftsteller verweilt so gerne bei der Betrachtung der Nichtigkeit alles Irdischen, wie Koheleth. Die von ihm so oft wiederholte Ermunterung, die Reize und Freuden, mit denen das kurze, flüchtige Leben ausgestattet ist, froh zu genießen (2, 24. 3, 13. 5, 17. 8, 15. 9, 7. 11, 9) — eine Ermunterung, die auch Sirach ansspricht (14,14—19) — hat den Schristerklärern ») Ewald Pf. S. 243. 19) Ewald und Dukes Bein. I. S. 40. Ez Ehajjim S. 196.

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