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Ben Chananja · 1859-01-01 · 7 (1859) · p. Seite 299

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
7 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 299 (sequence 7)
Language
German
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— 299 — hineilendes Gewebe, das zu Ende geht, sobald der Faden gebricht, ein verwehtes Blatt, ein verfliegender Rauch, ein bloßer Hauch, ein wesenloser Schatten, ein leerer Traum "), — dies sind die Bilder, in welchen ihr betrachtender Blick das vergängliche Menschenleben schaut. Für manche dieser Bilder hat auch das klassische Alterthum Parallelen aufzuweisen. So schon Homer: ״Gleich wie Blätter im Walde, so sind die Geschlechter der Menschen; Blätter verwehet zur Erde der Wind nun, andere treibt dann wieder der knospende Wald, wenn neu auflebet der Frühling: So der Menschen Geschlecht, dies wächst und jenes verschwindet (Jl. 6,146—149)״. 3. Die Kunst. Der Nachruhm. Das Nachdenken über die Hinfälligkeit alles Irdischen zieht den Geist hinab in die dunkle Tiefe finsterer Vorstellungen. Es liegt aber in seiner Natur, daß er strebt, sich aus dieser Tiefe zu höhern und Hellern Gesichtspunkten zu erheben. Mitten in dem Schauspiele wechselnder Gestalten sucht er das, was bleibend ist und nicht vergeht. Die moderne Anschauung der Künstler wirft sich häufig der Kunst als diesem Bleibenden in die Arme. ״Jahrhunberte", sagt in diesem Sinne ein neuerer Dichter, ״ziehen hinab, die Jahreszeiten rollen vorüber, es wechselt die Witterung des Glücks; die Stufen des Alters steigen auf und nieder. Nichts ist dauernd als der Wechsel, nichts beständig als der Tod. Jeder Schlag des Herzens schlägt uns eine Wunde, und das Leben wäre ein ewiges Verbluten, wenn nicht die Dichtkunst wäre. Sie gewährt uns, was uns die Natur versagt: eine goldene Zeit, die nicht rostet, einen Frühling, der nicht abblüht, wolkenloses Glück und ewige Jugend!״ Die Griechen und Römer erhob der Hinblick auf wohlverdienten Nachruhm über die Hinfälligkeit des Menschenlebens. Nach dem Vorbilde Homers (Od. 19,328—334) ruft Virgil: 8tat sua cuique dies; breve et irreparabile tempus Omnibus est vitae: 14) Ps. 39, 6. Job 7, 6. Josaj. 64, 5. Ps. 102, 4. Jesaj. 2, 22. Job 8, 9. 14, 2. Ps. 102, 12. 144, 4. 1 Chron. 29, 15. Job 20, 8.

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