Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 6 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 282 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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— 282 gepeitschten Welten der Weltmeere" als ״Beweise der Heiligkeit Gottes" anzuführen!! Hr. Dr. M. hat auch bei weitem nicht den Erfolg errungen, dessen sich Hr. Dr. Schmiedl rühmen durste. Während bei dem Vorträge des Leztern nach jedem Ruhepunkte ein freudiges Beifaltsgemurmel unter den entzückten Zuhörern zu bemerken war, blieben die Zuhörer bei M. zurückhaltend und kalt. Solchergestalt hat Dr. M. den Eindruck, den Schm, machte, nicht geschmälert. Wir möchten sogar behaupten, er h-abe denselben gesteigert. Und dennoch wurde ihm die Siegespalme zu Theil! Wie dies gekommen, ist vielen Mitgliedern unserer Gemeinde ein undurchdringliches Räthsel, das um so schwerer zu lösen ist, als in Ungarn mindestens der Fall noch nicht vorkam, daß der Rabbiner einer so großen jüdischen Gemeinde, wie die unsrige ist, von einem aus 24 Personen bestehenden Wahlkörper, unter dessen Mitgliedern überdies keine Einstimmigkeit herrschte, gewählt worden wäre! . Als von der Wahl Schmiedes die Rede war, hieß es, es müsse ein bedeutender Theil der Gemeindeglieder zur Wahl zugezogen werden. Wir billigten diese Maßregel nicht nur aus dem Grunde, weil sie den uralten, mit manchen religiösen Observanzen zusammenhängenden Usus jüdischer Gemeinden für sich hat, sondern auch aus Rücksicht auf die Stellung des Rabbiners. Da der jüdische Seelsorger Vertrauensmann seiner ganzen Gemeinde sein muß, um gedeihlich wirken zu können, so ist es natürlich, daß er sich muß sagen können: ״Ich bin der Mann der Wahl der ganzen, oder doch eines großen Theils der Gemeinde!" — Bei M.'s Wahl scheint man diese Erwägung ganz außer Acht gelassen zu haben. Möge dieser Unterlassung niemals die Reue folgen'! Wie wir hören, hatte ein Theil der hiesigen Gemeindegliedern die Absicht, ein Memorandum zu Gunsten Dr. Schmiedl's drucken zu lassen. Es mußte aber unterbleiben. Zum Schluffe mögen noch die Aufnahmsbedingniffe erwähnt werden. Hr. Dr. Meisel erhält 3000 fl., freie Wohnung, Vergütung der Uebersiedlungskosten und 400 fl. für seine bisherige Mühe und Plage*). Einige Leser des Scn-Chammja. *) Nach der alten Regel ״audiatur et altera pars" und der noch ältern Regel ״שמוע בין אחיכם״ haben wir vorstehender Korrespondenz die Aufnähme in unser Blatt nicht verweigern können. Der darin besprochene Vorgang ist für viele unserer Leser interessant genug, um eine ausführliche Besprechung zu rechtfertigen. Daß dabei nicht nur geschehene Thatsachen, sondern auch vorhandene Stimmungen konstatirt werden, ist natürlich. Möge. es unseren Pester Korrespondenten, deren freundliche Mitwirkung wir׳ dankbar anerkennen, in der Folge gegönnt sein, uns von der Einmüthigkeit zu berichten, mit welcher sich alte Gemeindeglieder um ihren ueugewählten Rabbiner schaaren! tled.