Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 6 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 265 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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265 — Karaitische Aphorismen. Von Josef Löwy in Gr.-Kanischa. (Fortsetzung) *). 17. Das Morgengebet für Werketage (14—30) ist ebenfalls meist aus Schristversen zusammengesezt. Statt des 121רא" der rabbanitischen Thefilla haben die Karäer nach Jesaj. 45, 7 1ב' רע. Diese Differenz erklärt sich nicht nur aus der größern Anhänglichkeit der Kar. an den Buchstaben der Schrift, sondern noch ans einem andern Umstande. Der Thalmud bezeichnet nämlich die fragliche Abweichung vom biblischen Wortlaute als einen Eufonismus (Ber. 11, 6). Wahrscheinlich liegt aber derselben die Rücksicht auf die Zoroastrische Lehre zu Grunde, gegen welche man nicht direkt polemisiren wollte (S. Sanh. 39, a). Die unter Herrschaft des Islams lebenden Karäer hatten dtis nicht zu berücksichtigen. Sie kehrten daher zu der ursprünglichen, die Zoroastrische Lehre offen bekämpfenden Fassung zurück. 18. Die vier Elemente der karäischen Thefilla: Bekenntniß des einzigen Gottes, Sündenbekenntniß, Heiligung (Keduscha) und leises Gebet (s. oben S. 171) finden sich auch im Morgengebete. Merkwürdigerweise ist S. 40 für das Morgengebet eines Tages, an welchem eine Hochzeit gefeiert wird, eine eigene Keduscha, und für die Tranertage S. 41 ein Zusatz beim Jichud und ebenfalls eine besondere Keduscha vorgeschrieben. Das Hochzeitsrituale ist bei den Karäern überhaupt von viel ausgedehnterem Umfange, als bei den Rabbaniten. Die Trauungsgebete und Gesänge füllen 12, die für den Sabbath nach der Hochzeit 15 Seiten. Erstere führen den Titel 2ר2ת. Die eigentlichen ברכווז sind sieb en an der Zahl; sie stimmen aber mit den thalmudischeu Benediktionen nicht überein. Ihre Bestandteile sind Bibelverse und Poesien (IV, 64—75). Aus denselben Bestandtheilen sind auch leztere znsammengetragen (I, 156—172). 19. Die karaitische Trauung geschieht nicht vermittelst der bei uns üblichen Formel: 'הרי את מק, sondern vermittelst biblischer Sprüche. Bei der Trauung einer Jungfrau spricht der Funktionär, der den Trauungsakt leitet, dem Bräutigam vor: ״Ich verlobe dich mir auf ewig, und ich verlobe dich mir durch Recht und Gerechtigkeit und mit Huld und Liebe; und ich verlobe dich mir durch Treue, und daß du erkennest den Herrn (Hof. 2, 21. 22)". Bei der Trauung einer Witwe: ״Fürchte nicht, denn du wirst nicht zu Schanden; ') S. 4. Heft S. 171.