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Ben Chananja · 1859-01-01 · 6 (1859) · p. Seite 255

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
6 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 255 (sequence 15)
Language
German
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— 255 der Frömmigkeit und Ehrfurcht durch Zurückweisung nicht verletzen wollte, und zwar dies um so weniger, als die Gemeinde, auf diese fromme Verehrung ihrer Glieder rechnend, den firen Gehalt des Rabb. auf ein geringes, kaum zum allernothwendigsten Bedarfe ausreichendes Maß sezte, und ihn auf die gebräuchlichen Emolumente, worunter die Spenden einen Hauptposten ausmachten, verwiesen, so daß auch diese letztem fast zu einem Firum wurden, welches schon T. Sahab an obenerwähnter Stelle als erlaubt erklärt. Ein besonders günstiges Moment, u. z. gerade für die jetzigen Rabbinen kömmt aber endlich noch in dem Umstande hinzu, daß dieselben heut zu Tage ihre Gemeinden auch nach Außen hin vertreten, und außer ihrem heiligen Amte und Seelsorgerberufe auch noch so manchen Anforderungen des Staates zu genügen haben. Wenn wir also die religiösen Berufsgeschäfte ganz abstrahiren, bleibt noch immer ein hinreichendes Quantum anderer Beschäftigungen, um ihre Besoldung und anderseitigen Remunerationen fast blos für diese in Anspruch nehmen zu dürfen und zu können, und wenn je, so verdient der heutige Rabbine um so eher und sicherer sein Honorar als Sechar Batela. Es möge uns gestattet sein, unsere Nachweise mit folgenden Bemerkungen zu begleiten. Wir wollen keinem unserer ehrenwerthen Herren Kollegen auch nur im entferntesten nahe treten. Wir halten uns von der Biederkeit ihres Charakters überzeugt, nnd zollen einem Jeden unsere Achtung. — Aber, ״die Wahrheit ist mir über Alles lieb", lautet schon ein alter Spruch unserer Weisen. Und wer könnte den schädlichen Einfluß des Spendengebens und Nehmens wol längnen! Schon T. Sahab in der ofterwähnten Stelle rüget die schädliche Seite derselben; wir brauchen aber gar nicht so weit zu gehen — obwol sich nicht längnen läßt, daß seine Worte bet Vielen und in vielen Fällen ihre Bewährung finden — um diese Art des rabbinischen Einkommens nicht mit dem Gewissen vereinbar zu finden. Woher kommt es denn, daß die Reichen gegen die Minderbemittelten, diese gegen die Armen eine bedeutend höhere Stufe der Achtung und Werthschätzung bei dem R. einnehmen? Nicht in den meisten Fällen daher, weil sie demselben einträglicher

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