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Ben Chananja · 1859-01-01 · 6 (1859) · p. Seite 254

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
6 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 254 (sequence 14)
Language
German
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— 254 — andern Kasuisten divergiren darum von seiner Ansicht, wie auch schon sein Glossator I. Karo im Kesef Mischne zur T. T. III, 10 die daselbst und im Mischnakommentare niedergelegte Meinung Maimuni's nebst dessen Argumente zu widerlegen, und den Worten desselben eine andere Deutung zu geben suchet. Die Hauptgründe für diese abweichende Ansicht und für die Statthaftigkeit der anzunehmenden Remuneration für etwa geleistete geistliche Funktionen sind: 1. daß der alte Usuö dafür spricht; 2. daß, wenn der Religionslehrer und Thoragelehrte Nichts für ihr heiliges Amt annehmen sollten, nur die allerwenigsten sich demselben widmen und die Religion und Thorawissenschaft am Ende ganz in Verfall gerathen würden, so daß auch hierauf jenes Wort Rabbi Jehuda's anwendbar ist: Manchmal ist es Zeit, daß mau für Gott und das Göttliche dadurch wirkt und schafft, daß man manchen religiösen Gebrauch suspendirt; endlich 3. daß der Lehrer oder Nabb. durch sein Amt die Zeit zu einem andern Gewerbe und Geldverdienste verlieret, er also nur Lohn für seine Zeitversänmniß, Sechar Batela, nicht aber für das Amt und die Funktion selbst nimmt. Jedoch selbst nach dieser Ansicht ist nur die Erlaubniß eines firen Gehaltsbezuges — und das auch im allernothwendigsten Falle — statuirt, währeild Spendenannehmen von Einzelnen, nach Rema und noch andern Kasuisten, keineswegs erlaubt ist (viele I. D. Hilchot T. Thora 246, §. 21 und T. Sahab Glossa 7, auch Tosafos Jom Tob Abot 4, 5. Bechoroö 4, 6) 35). Doch läßt sich selbst hiefür noch ein Rechtfertigungsgrund anführen, daß nämlich die Einzelnen, auf jene Thalmudstelle sich stützend: ״Wer einem Weisen ei» Geschenk darbringet, bringt gleichsam Erstlingsopfer dar", als einen wahren Akt der Pietät und Ehrfurcht ihre Spenden dem Rabbinen darreichten; ja Viele schäzten sich glücklich, wenn er nur etwas annahm, und das auf solcher Art bekundete Gefühl 3Ä) Der fast zur Verpflichtung gewordene Gebrauch des Spendenschickens an gewissen Zeiten scheint zur Zeit des Rema noch nicht sehr verbreitet gewefeit zu sein, wie es überhaupt charakteristisch für die poln. und galiz. Gemeinden ist, daß, währenddem sie den Rebbes das Geld mit vollen Händen darbringen, nnr die allerwenigsten Rabbinen ein ordentliches Honorar erhalten.

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