Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 6 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 247 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 247 — erklären unsere Weisen: ״So wie ich von Gott umsonst gelernt, so lernet ihr auch von mir unentgeltlich und so sollet auch ihr ohne Lohn lehren 5). — ״Wer den Vorsatz faßt", spricht Maimuni 6), ״sich init dem Gesetzesstudium einzig und allein ohne jeden andern Erwerbzweig zu beschäftigen und von Almosen zu leben, der entweihet den göttl. Namen, verachtet die Thora, verlischt das Licht des Gesetzes, verursacht sich nur Nebel und beraubt sich des zukünftigen Lebens, weil es unerlaubt ist, von der Thora einen.zeitlichen Genuß zu ziehen". Die Weisen stellten den Grundsatz auf: ״Wer einen zeitlichen Genuß von der Thora zieh't, beraubt sich des Genusses der - ewigen Seligkeit"; ferner befahlen sie: ״Mache ste (.die Thora) nicht zur Krone, um durch sie dich zu erheben, nicht zum Spaten, um damit zu graben"; ferner: ״Liebe die Arbeit und hasse die Gelehrtenherrschast. Und jede Thorabeschästigung, die nicht auch noch irgend eine andere Beschäftigung und Arbeit mit sich führt, muß am Ende selbst zu Nichte werden, sie zieht Sündhaftigkeit nach sich, und das Ende des Arbeitscheuen ist, daß er Räuber wird". Was aber dieser große Mann hier als halachische Regel aufstellt, darüber läßt er sich in seinem Mischnakommentar י) der Wichtigkeit des Gegenstandes halber, wie er selber angiebt, weitlänstiger aus, und auch ich glaube es hier als am geeigneten Platze, seine in der Gegenwart um so wichtigeren Worte zu zitiren. Zum Ausspruche des Rabbi Zadok: ״Mache die Thora nicht zur Krone", bemerkt er nämlich: Merke wol, was hier die Mischna sagt: Du sollst die Thora nicht zum Spaten machen, um damit zu graben, d. h. du sollst sie nicht als Werkzeug betrachten, um dich dadurch zu ernähren. Zur deutlichem Verständlichkeit fährt der Tanaite fort: Wer von dem Gesetze einen zeitlichen Genuß sich verschafft, nimmt sich das Leben der Welt, d. h. der zukünftigen. Es haben aber so Manche diese deutlicheu Worte verdrehet. Sie haben nämlich feste Normen, Gesetze und Verpflichtungen sowol für Einzelne als für Gemeinden aufgestellt, und die Menschen zum thörichten Glauben verführt, daß Redarim 37, a. Becher. 29, a. Malm. I. H. Hilchoth T. T. I, 7. «) Jad. H. T. T. III, 1V. ') Aboth IV, 7.