Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 6 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 248 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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- 248 — es Pflicht und gebürlich sei, die Weisen und ihre Jünger, deren ausschließliche Beschäftigung das Gesetzesstudium ist, zu unterstützen. Das ist aber ein Jrrthum. Es findet sich weder in der Bibel noch in den Worten unserer Weisen eine Spur, welche diese ihre Ansicht bewahrheiten, oder auch nur einigermaßen unterstützen sollte. Denn wenn wir die Worte und Werke unserer Weisen s. A. erforschen, so finden wir nicht, daß sie von Jemandem Geld verlangt oder gesammelt hätten, weder zur Erhaltung der vorzüglichen und angesehenen. Thalmudschulen, noch für die Vorsicher derselben, für die Richter, die Verbreiter der Thorawissenschast, wie auch nicht für Einen der Großen oder für Andere im Volke; es fanden sich vielmehr in jedem Zeitalter in jenen Gemeinden und Versammlungen Arme und Reiche in der vollsten Bedeutung. Ferne sei von mir der Gedanke, als wären jene Geschlechter nicht mildthätig und almosenspendend gewesen. Wahrlich, hätte Einer jener Armen seine Hand um Almosen aufgehalten, dasselbe wäre ihr reichlich zugeflossen; die Ursache vielmehr war, daß Keiner Etwas aNnehmen wollte, weil eben die Religion ihn davon abhielt, und ein Jeder, von dem Erträgniß seiner Arbeit oder seines Gewerbes sich ernährend — ob selbes reichlich oder spärlich ausfiel — menschliche Gaben verschmähet«. So weißt du ja, daß Hillel, welcher in der Gegenwart von Schmajah und Abtaljon lehrte, sehr arm und ein Holzhauer war 8).; seine Gelehrsamkeit und Größe kannst du aber schon hieraus entnehmen, daß sein Schüler R. Jochanan b. Sakai 9) war, der zu Mosche, Aron und Josua verglichen wird. Nun kann wol kein Vernünftiger zweifeln, daß, wenn er von seinen Zeitgenossen Gaben angenommen hätte, sie es gewiß nicht zugegeben haben würden, daß er durch Holzspalten sich ernähre. Rabbi Chanina b. Dosa t0), von dem eine himmljsche Stimme verkündete: ״Die ganze Welt wird nur erhalten durch das Verdienst meines Sohnes Chanina, und er begnügt sich mit einem Maß Gerste von einem Sabbat bis zum andern", verlangte trotz dieser seiner großen Armnth Nichts von irgend einem s) Sorna 35, b. ״)■ B. Bathra 134, a. 10) Berach. 17, b. Taanith 24, b.