Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 5 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 237 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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— 237 — Biblische Geschichte zum Gebrauche für den israel. Reltgtons- Unterricht an Gymnasien und Realschulen, von Moritz Stößel, Lehrer. der israel. Religion an den k. k. Lehranstalten zu Brünn. II. Heft für die zweite Klasse des Unter-Gymnasiums und der Unter-Realschule. Besprochen von Dr. M. Dnschalr, Bez.-Rabb. in Gaya. Diese biblische Geschichte, welche mir der geschäzte Hr. Verfasser zur Beurtheilung frenndlichsr übersandte, erfreuet sich in vielen mir bekannten pädagogisch gebildeten Kreisen bereits des vollkommensten Beifalls. Mit Recht! Sowol die Anordnung als die Diktion verrathen den Meister. Besonders hervorzüheben sind die eingestrenten poetischen Arbeiten, die so süß wie ein sanft rieselnder Bach dahinfließen, und ganz berechnet für das zarte jugendliche Gemüth find. Wir kennen wenig biblische Geschichten, die geeignet sind, eine solche segensreiche Wirkung zn effektuiren, wie die vorliegende. Dem Hrn. St. ist es Äüch gelungen, manche anscheinend sonderbare Handlung treffend zu motiviren, wie das Benehmen Arons beim goldenen Kalbe S. 9. Dagegen scheinen uns manche Blicke in den Rathschlnß Gottes nicht zutreffend, z. B. S. 10, wo gesagt wird, daß Gott mit seiner Drohung nur die Absicht hatte, Mosis Liebe zn seinem Volke zu erproben. Auch sagt die Symbolisirnng, daß der zerstoßene Staub des goldenen Kalbes in den Bach gestreut wurde, nicht zu 'S. 11.- Manche Bemerkung ist für die Jugend zn druschartig, wie S. 12 der Eifer der Leviten für das göttliche Wort. Manches als überirdisch Geltende wird durch die gegebene vulgäre Erklärung geradezu profanirt, wie S. 15, wo das stralende Gesicht Moses auch von der Freude über die Wiedererlangung der göttlichen Gnade abgeleitet wird. Die Symbolisirnng des goldenen Leuchters S. 18, wo sogar die äußern Sinne, 6 mit dem Tastsinne eine Rolle spielen, taugt wieder nur für einen Darschan. Eben so hätten wir die Symbolisirnng der h. Lade mit den Cherubin, mindestens für die Jugend׳ lieber weg gewünscht. In dem Gedichtchen S. 21, ״die 3 Kränze", ist uns der Ausdruck ״Umstralt mit Glanz vom Himmelssohne den Erdensohn" n\ sehr ausgefallen. Den Betrag von Pidjon giebt der Hr. St. mit 6 fl. 40 kr. an, es ist dabei das Couv. Mze. zu fuppliren, und dann nach öst. W. verhältnißmäßig zu berechnen. Das Werk ist zwar kein Coclex, darf aber doch zu keinem Verstoß Anlaß geben. Auffallend ist um, warum Hr. St. S. 28 das רבבות 'D שלבה mit ״kehre wieder ein unter die Miriaden" wiedergiebt, was doch offenbar unrichtig. Die Bemerkung, daß Jetros Ertheilung des Vorschlages erst nach der Gesetzgebnng stattfinden konnte, ist etwas zu apodiktisch hingestellt, und verweisen wir den Leser auf die Kommentatoren. Die Motivirung der kupfernen Schlange S. 55, daß der Mensch gegen die Gebote Gottes niemals sich auflehnen dürfe, scheint uns nicht angemessen und auch nicht richtig. Die Erklärung der Mischna Rasch. Haschana 3, 8 würde da eine bessere Wirkung machen. Trefflich ist