Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 5 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 229 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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229 Sommers seine Pflanzungen im Morgenlande wieder besuchen werde. Seine Mittheilnng über das jüdisch-orientalische Unterrichtswesen ist Ihnen wol bekannt". Unser geehrter Korr, hat hier folgendes Schreiben im Sinne, welches Hr. A. Cohn vor einiger Zeit an die jüdisch-französischen Zeitschriften gerichtet hat: ״Die Theilnahme, die die Verbreitung des Unterrichtes unter unfern Glaubensbrüdern im Morgenlande in Europa stets erregt, so wie die ganz lokale Streitigkeit, deren Hauptquelle rein persönlicher Natur zwischen den sranzöflschen und einheimischen Lehrern zu Konstantinopcl war, werden mich, wie ich glauben darf, wol entschuldigen, wenn ich Sie bitte, die folgende Notiz über unsere Anstalten in den verschiedenen Theilen des Morgenlandes Ihren Lesern gefälligst mittheilen zu wollen. Um zuerst von Konstantinopel zu sprechen, so ist die französische Schule, die seit vier Jahren der israelitischen Bevölkerung ausgezeichnete Dienste geleistet hat, seit dem 1. Dezember von Neuem eröffnet und wird wahrscheinlich bald in ein geräumiges Lokal übersiedeln, das die Gemeinde zu Konstantinopel der Freigebigkeit des Herrn Camondo verdankt. In Folge dieser Vergrö-ß ßerung werden etwa 400 Zöglinge Platz finden, die alle nichts lieber verlangenM als einen religiösen und moralischen Unterricht, der ihnen später gestattet, ihr^ Brod auf eine ehrenvolle Weise zu erwerben und zur Wiedergeburt des ottomanischen Reiches beizntragen. Man ist im Begriff, eine Mädchenschule mit der Knaben-Anstalt zu verbinden. Sobald als die Streitfragen, die in der Eifersucht der Lehrer ihren Grund haben, durch das amtliche Einschreiten des Komites geschlichtet sein werden, wird der ganze Lärm, der sich in den lezten Tagen verbreitet hat, verschwinden. Der Streit war übrigens immer nur lokal gewesen. Ein Bericht, der mir im Laufe des Monates September aus Salonichi zugegangen und durch eine Korrespondenz vom Monat Dezember bestätigt wird, giebt den glänzenden Stand der Schule zu erkennen. ״Die franzöfische Schule ist so im Fortschreiten begriffen, daß alle Welt darüber erstaunt ist. Die erste Klaffe, die aus 50 Schülern besteht, bildet schon eine höhere Abtheilung. Diktate ohne orthografische Fehler, grammatikalische Analyse, logische Analyse alter Sätze, leichte Aufsätze, das find die Beschäftigungen dieser Klaffe. Die Leistungen der beiden übrigen Klassen find nicht minder gut. Der Kursus im Religionsunterrichte und in der biblischen Geschichte hat so vielen Anklang gefunden, daß an jedem Freitag, an welchem dieser Kursus abgehalten wird, immer fremde Personen diesem Unterrichte beiwohnen Auch haben bei der lezten Prüfung die Schüler so gut geantwortet, daß der Großrabbiner öffentlich erklärt hat, daß er, seit er Chacham-Baschi sei, nichts Aehnliches gehört habe. Man war erstaunt über die Fortschritte der Schüler in der französischen Sprache, in der Geografie, in der Arithmetik und in dem Religionsunterrichte. Bei der Preisvertheilung waren die Schüler 140 an der Zahl, von welchen etwa 50 europäisch gekleidet waren, in Gegenwart des Großrabbiners, der Komitö-