Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1859-01-01 · 5 (1859) · p. Seite 230

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
2 (1859)
Issue
5 (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 230 (sequence 38)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2542917-2543094-2543100--0849-2544537
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 230 Mitglieder und einer zahlreichen Zuhörerschaft versammelt. Die Feier begann mit einem durch die Schüler der ober» Klaffe unter der Leitung des Hülfslehrers, Herrn Lazard, ausgeführten Gesang. Herr Alatini, Vizepräsident des Komitös, hielt in spanischer Sprache einen Vortrag, in welchem er die Wohlthaten, die von der französischen Schule bereits ausgegangen und in der Zukunst mit Recht von ihr zu erwarten seien, hervorhob. Herr Morpurgo, Sekretar des Komitös, stattete hierauf einen sehr ausführlichen Bericht über die Fortschritte der Schüler ab. Der Schuldirektor, Herr Lippmann, wies alsdann in einer an die Schüler gerichteten warmen Ansprache auf den Weg hin, den sie bereits zurückgelegt, und den, welchen sie noch zurückzulegen haben. Nach der Preisvertheilung sprach ein Schüler in französischer Sprache ein Gebet für Seine Majestät den Sultan; mit einem hebräischen Segensspruch (מי שברן״) für den Großrabbiner, das Komits und den Schuldirektor, der von einem andern Schüler gesprochen wurde, wurde die Feier geschloffen". Herr Bor6, Direktor der französischen Schulen im Orient, Herr Cohen, Konsistorial-Mitglied von Marseilte, und Herr Turisteri, Mitglied der sranzösischen Schule zu Athen, die nacheinander diese Schule besucht haben, erschöpfen sich in Lobeserhebungen. Auch hat die Gemeinde den Herrn Lippmann, der selbst von der orlhodoresten Partei als Rabbiner behandelt und geehrt wird, einstimmig gebeten, die Thalmud-Lhora-Anstalt, die tausend Schüler im Alter von zwei bis fünfzehn Zähren, und ungefähr 25 Lehrer zählt, zu organisiren. Die Schule besteht erst seit zwanzig Monaten, und man sieht, welchen Einfluß diese Anstalt in der größten Gemeinde des ottomanischen Reiches, denn Salonichi zählt 25,000 Israeliten, schon übt. Ihr Ruhm ist schon verbreitet, und ich erhalte so eben einen Brief von dem Chacham-Baschi zu Smyrna und von Herrn Lyon Rebbis, die uns bitten, daß wir bei ihnen eine ähnliche Schule errichten möchten. Herr Rebbis erbietet sich zur unentgeldlichen Hergabe eines Grundstückes und der Großrabbiner zeichnet für sich ein Geschenk von 250 Francs. So öffnet denn der Orient seine Pforten. Allenthalben erkennen unsere Religionsgenossen den Einfluß, den ein gründlicher Unterricht üben muß, und bitten, ihnen zu Hülse zu kommen. In Egypten wie in Jerusalem blühen alle Unterrichtsanstalten, und.ich werde die Ehre haben, ein anderes Mal darüber zu sprechen. Für heute will ich Ihnen blos über den Zustand des Unterrichtes unter unseren Religionsgenoffen in Algier Kunde geben, wie derselbe aus einer Mittheilung des Herrn Großrabbiners Weill ersichtlich ist, die ich die Ehre hatte, Seiner K. H. dem Prinzen - Minister von Algier vorzulegen, der sehr huldvoll seine Unterstützung für Alles, was die Sache der Zivilisation der Atgierischen Israeliten fördere, zu versprechen geruhte. Zu Algier selbst besteht eine Thalmud-Thora-Schnle (Lehrer Ulm) mit 160 Schülern; eine Schule in der Seipiostraße (Lehrer Ruff) mit 150 Schülern, die Mädchenschule (Fräulein Dreysuß) zählt 80 Schülerinnen, die Kleinkinderbewahranstält (Fräuleiu Kriskis) 150 Kinder.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.