Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 5 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 228 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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— 228 — zu schützen verstehen. Auch hier ist mau zu dieser Erkenntniß gelangt. Der Kultusvorstand hat die ihm obliegende Patronats-Sorgfalt für den Jugendunterricht einem aus wackern und intelligenten Männern znsamnlengesezten Komitä übertragen. Unsere Schule zählt 510 Schüler (301 Knaben, 209 Mädchen). Die Knaben zählen in der Vorbereitungskl. 53 Schüler; Lehrer: Hr. PH. Klein. Die I. Klaffe zerfällt in 2 Parallelkl. 102 ״ ״ ״ Eisler, Gehülfe: Hr.. Mayersberg; Hr. Weiß trägt Ungar. Sprache vor. II. ״ Schülerzahl 56; Lehrer: Hr. Spitzer. III. ״ ״ 54 ״ ״ Spatz; für ung.Spr.: Hr.Seidner. IV. ״ ״ 36 ״ ״ Seidner; Kalligraf und Zeichner: Hr. Spatz. Die Mädchen haben in der Vorbereitungskl. 56 K.; Lehrer: Hr. Weiß. I. Klaffe 3 Stunden täglich 61 ״ ,, ״ Lehner. II. ״ ״ ״ 57 ״ ״ 4 ״ Derselbe. NI. 4 ״ ״ ״ 35 ״ ״ Weiß. Zeichner: ״ Eisler. Aus der Stadtkaffe erhält die Schule einen Beitrag von ungefähr 600 fl. öftere. Währ. Orientalisches Schulwesen. Eine uns ans Konstantinopel zugekommeue Mittheilung enthält die Nachricht, daß der von dem dortigen Rabbinate über die nettgegründeten Schulen verhängte Bann aufgehoben, und der Unterricht wieder in vollem Gange sei. ״Der hiesige Oberrabbiner", schreibt unser Korrespondent, der O2N R. Chajjim Pafsiadi, handhabt zwar die rabbinische Autonomie mit rücksichtsloser Strenge, und manche hier domizilirende Franken suchen ihr Jndenthum geheim zu halten, um sich der religionspolizeilichen Aufsicht und Zucht ihres Seelenhirten zu entziehen. An hohen Festen kommen sie in gemieteten Lokalen zusammen, um den Gottesdienst zu verruchten. Allein trotz dieser gefürchteten Strenge des Chacham, gehörte derselbe dennoch niemals zu den Gegnern der neuen Schulen und des geregelten Unterrichts. Er ist ein kluger Weltmann, und seine Stellung zur Regierung der hohen Psorte läßt ihn die Nothwendigkeit weltlicher Bildung klar genug einsehen und tief genug empfinden. Er war aber genöthiget, gegen die pädagogischen und didaktischen Neuerungen fanatisch aufzutreten, um nicht selbst den Fanatismus seiner unwissenden Vieerabbinen und Sesardim bitter zu empflnden. So läßt er seinen Sohn als Autodidakten die Heilkunst — und zwar allopathisch und homöopathisch — ausüben. An eine Universität wagte er ihn nicht zu schicken, um der Masse kein Aergerniß zu geben. Nücksichtlich der neuen Elementarschulen hat er jedoch sich gleichsam nöthigen lassen, mildere Saiten aufznziehen, und die Anstalten blühen einer um so schönem Zukunst entgegen, als wir Ursache haben zu hoffen, daß deren Gründer, Ihr edler und berühmter Landsmann Hr. Albert Cohn in Paris, im Laufe des kommenden